Intuitiv essen – dem Körper (wieder) vertrauen

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Die meisten Menschen kennen das: Sie wünschen sich, ein paar Pfund Körpergewicht loszulassen. Für dieses Ansinnen gibt es vielfältige Gründe. Sinnvoll kann das sein, um sich in seinem Körper wohl zu fühlen oder um die Gesundheit zu unterstützen. Allerdings ist unser Wohlfühlen häufig geprägt von falschen Vorbildern und um das für die Gesundheit optimale Gewicht ranken sich allerlei Legenden. Manche Studien belegen, dass nicht die Anzahl der Kilos entscheidend ist, sondern hohe Schwankungen auf der Waage weniger vorteilhaft für die Gesundheit sind als Stabilität.

Seit ich mich mit Homöopathie beschäftige ist mir klar, dass es ganz unterschiedliche Typen gibt und dass die Grundstatur eines Menschen gottgegeben ist. Aus einer Marylin Monroe wäre keine Twiggy geworden, ganz gleich welche Diät sie gemacht und wie viel sie sich bewegt hätte. „Wer will das schon?“ werden Sie vielleicht fragen. Der Magerwahn hatte seinen Zenit in den 1990er Jahren erreicht, als Kate Moss im „Heroin Chic“ über den Laufsteg klapperte. Eine magersüchtige 14-Jährige als optisches Vorbild für erwachsene Frauen zu wählen, war nur die Spitze des Eisbergs.

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Orientieren Sie sich nicht an anderen. Aber orientieren Sie sich auch nicht an einem längst überholten Selbstbild. Sind Sie in den Wechseljahren und wollen Sie wieder aussehen wie mit 20? Vergessen Sie´s! Der Körper verändert sich im Laufe der Jahre. Das ist vollkommen normal. Sie haben keine andere Wahl, als das zu akzeptieren. Es sei denn Sie verfügen über ein dickes Scheckbuch und einen plastischen Chirurgen mit Geschäftssinn. Wo das endet, sehen wir bei so manchem Star oder Sternchen. Ja, es gibt sie, die Menschen, die nach einer Schönheits-OP mit sich zufrieden sind. Aber sie sind in der Minderzahl. In der Regel folgt eine Operation der nächsten solange das Geld reicht und sich ein skrupelloser Arzt findet. Oder der Frust wird noch größer als vorher, weil man auch mit der perfekt gestylten Nase, dem flachen Bauch, den dünneren Schenkeln etc. noch immer nicht aussieht wie Audrey Hepburn, Jane Fonda oder Pamela Anderson – geschweige denn sich so fühlt.

Spuren der Zeit. Von meinen Freundinnen höre ich immer wieder, dass ihre Figur unter der Schwangerschaft gelitten habe. Natürlich zehrt es Lebenskraft, wenn der Körper solch ein Wunder vollbringt. Aber ich kann Ihnen versichern, dass Sie auch ohne Baby gealtert wären. Selbst an kinderlosen Frauen und sogar an Männern nagt der Zahn der Zeit. Spätestens in den Wechseljahren zeigt sich das an der Gewebestruktur. Wenn man es tatsächlich schafft, die angestrebte Gewichtsreduktion zu erreichen, heißt das noch lange nicht, dass man damit besser ausschaut – insbesondere jenseits der 40.

90-60-90 und andere Märchen. Falls Sie Gewicht verlieren wollen, um dem gängigen Schönheitsideal näher zu kommen, kann ich Ihnen davon nur abraten. Versuchen Sie nicht, jemand zu sein, der Sie nicht sind. Gesetzt der Fall, Sie könnten tatsächlich den gewünschten Body-Mass-Index, die angepeilte Kleidergröße, den idealen Körperfettanteil oder das Wunschgewicht erreichen: Die Chancen stehen hoch, dass Sie dann noch immer keinem Schönheitsideal entsprechen. Warum dann so viel Energie darauf richten, in diesem Punkt einem Wunschtraum hinterherzulaufen, für den Sie nicht gemacht sind? Die wenigsten von uns haben die Anlagen für sogenannte Idealmaße von 90-60-90. Schon allein an diesem Daten sieht man auf den ersten Blick: Hier handelt es sich um eine X-Figur (Schultern bzw. Oberweite und Hüften gleich breit, Taille deutlich schmaler). Sie haben aber mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht den dafür entsprechenden Körperbau. Denn es gibt noch viele andere Erscheinungen. Vielleicht sind Sie ein A-Typ (schmale Schultern, breite Hüften), oder der H-Typ (oben und unten schmal, keine deutliche Taille) oder der O-Typ (schmale Arme und Beine, starke Mitte) oder ein Y-Typ (schmale Hüften, breite Schultern) oder, oder, oder. Die Natur hat den Menschen mit einer ganzen Reihe von unterschiedlichen Körpermerkmalen ausgestattet. Evolution basiert auf Vielfältigkeit. Das ist gut und richtig so.

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Wieder ich selbst. So viel Vorrede braucht es, um Ihre Motivation auf den Prüfstand zu stellen. Schauen Sie in den Spiegel und denken Sie so etwas wie: „Das bin ich nicht. Bevor ich mit dem ganzen Diäten-Wahnsinn begonnen habe, habe ich mir besser gefallen.“ Oder „Bevor meine Schilddrüse schlapp gemacht hat, war ich ganz anders.“ Oder „Vom Kummerspeck seit dem letzten Verlusterlebnis will ich mich befreien.“ Dann sind Sie hier richtig! Die Ernährungsweise, über die ich schreiben will, hilft Ihnen nicht beim Schlankwerden. Sie bringt Sie zurück zu Ihrer von Natur aus für Sie gedachten Figur.

Das funktioniert verblüffend gut, wenn Sie mit sich selbst und ihrem Körper in Kontakt sind. In vielerlei Hinsicht ist es erstrebenswert, sich zu spüren, seinen Körper und die Signale, die er aussendet, wahr und ernst zu nehmen. Das ist generell ein Weg zu mehr Lebensqualität, Gesundheit und Vitalität. Daher lohnt es sich sehr, in dieses Ziel Zeit, Energie und Aufmerksamkeit zu investieren.

Die Gralssuche. Das Thema Ernährung ist ein Garant für Zuhörer in Vorträgen, für hohe Auflagen bei Zeitschriften und unzählige Klicks bei Online-Veröffentlichungen. Offensichtlich wollen viele Leute wissen, wie sie sich ernähren sollen. Haben Sie sich darüber schon einmal Gedanken gemacht? Wir finden es normal, dass uns jemand sagt, was wir wann und wie zu essen haben. Wir betteln regelrecht darum. Wenn Ihnen Ihr Partner mit solcher Penetranz Empfehlungen für derart persönliche Lebensentscheidungen geben wollte, würden sie diese von sich weisen und wären empört – zu Recht! Dass aber wildfremde Menschen über Ihre Ernährung entscheiden, das lassen Sie sich gefallen. Warum ist das so?

Unerreichbar schön. Tagtäglich bekommen wir ein Ideal vor Augen gehalten, das für 98 % der Bevölkerung nicht erreichbar ist. Das hat System. Hier wird ein Bedürfnis erzeugt. Wir wollen alle so glücklich und schlank und fidel sein wie die Menschen, die wir in der Werbung, in den Filmen, in den Magazinen ständig sehen. Das ist gut für die Wirtschaft. Wir kaufen Bauch-Weg-Unterwäsche, Eiweißdrinks, lesen Ratgeber, buchen Ernährungs-Coachings, rennen in Fitness-Studios und zum Treffen einer Abnehm-Gruppe. Millionen Euros geben wir alle jährlich für eine Illusion aus. Und wir richten unsere Aufmerksamkeit darauf, statt uns um Dinge zu kümmern, die vielleicht weitaus wichtiger und ganz sicher hoffnungsfroher wären. Möglicherweise ist das die moderne Brot-und-Spiele-Version fürs Volk. Auf jeden Fall werden wir manipuliert, sobald wir den Fernseher einschalten. Und dann geht das Bemühen los. Wir stellen unseren Speiseplan um – auf vegan, auf low carb, low fat, auf Trenn- oder Rohkost. Wir essen nur noch vor 18 Uhr oder nur danach, reglementieren die Anzahl der Mahlzeiten, takten die Nahrungsaufnahme nach der Uhr, zählen Kalorien oder Punkte. Und je mehr wir uns an die Vorschriften halten, desto weniger haben wir damit Erfolg. Das stimmt nicht ganz. Es gibt natürlich immer Leute, die genau diejenige Kostform finden, welche ihren natürlichen Bedürfnissen optimal entspricht. Diese wenigen sind dann damit erfolgreich und werden als Gallionsfigur präsentiert. „Schaut her, ich habe es geschafft, das können auch Sie schaffen!“ Die ansonsten in allen Lebensbereichen viel gepriesene und mit Vehemenz geforderte Individualität wird einfach unter den Tisch fallen gelassen. Ja, wie doof sind wir denn?

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Wir sind nicht doof, wir sind verunsichert. Weil wir etwas nicht schaffen, was nicht zu schaffen ist, fühlen wir uns unfähig. Wir denken, wir könnten nicht selbst entscheiden, wie wir uns ernähren sollen und bräuchten einen Guru. Jemanden, der uns genau sagt, was wir tun sollen. Daher ist es dringend notwendig, dass wir das Vertrauen in unseren Körper wiederfinden. Nicht in einer Ernährungslehre, die sich irgendwer ausgedacht hat, sondern in uns selbst liegen die Wahrheit und der Weg zu einer für uns individuell passenden Kostform.

Schon vor Jahren habe ich in einem Interview von „sensorischer Intelligenz“ gesprochen. Gemeint ist damit, dass der Körper durch den Appetit anzeigt, was er braucht. Das ist allerdings nur ein Teil des Puzzles. Als ich Anfang dieses Jahres vom Konzept „Intuitives Essen“ gehört habe, habe ich dort meine alten Ideen wiedergefunden – ergänzt um neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Was ich da hörte, fühlte sich für mich vom ersten Moment stimmig an. Mit dem Körper zu arbeiten und nicht gegen ihn. Ja, anders geht es auch nicht. Zumindest nicht auf Dauer.

Intuitives Essen beruht auf ein paar wenigen Grundsätzen, die ich Ihnen hier erläutern werde. Sie klingen für mich alle vernünftig, praktisch umsetzbar – und teilweise sogar ausgesprochen attraktiv!

Motivation und Zielsetzung

Sie brauchen wie bei allen Gewohnheitsumstellungen im Leben eine ausreichende Motivation und ein klares Ziel. Die Motivation hat etwas mit Ihnen in der Tiefe zu tun. Sie kann sich um sehr persönliche Dinge drehen, auch wenn es vordergründig darum geht, den Hüftumfang zu reduzieren. Finden Sie heraus, warum Sie eigentlich intuitiv essen wollen. Fassen Sie ein klares Ziel ins Auge. Arbeiten Sie es aus, schreiben Sie es auf. Prüfen Sie es auf Realitätsbezug und Sinnhaftigkeit.

Allein über Motivation und Zielsetzung könnte man einige Seiten verfassen. Auf diese Themen will ich hier aber nicht im Detail eingehen. Das würde den Rahmen sprengen. Erwähnen will ich sie dennoch. Ohne sie geht es nicht.

Sie finden viele Ratgeber, wie man sich seinen persönlichen Zielen erfolgreich nähern kann. Sie können einen Coach oder Therapeuten buchen, der zu Anfang Impulse setzt oder Sie auf dem kompletten Weg begleitet. Vielleicht ist Ihnen auch schon lange klar, welche persönliche Motivation Sie antreibt und welche Ziele daher für Sie erstrebenswert sind. Umso besser. Dann legen Sie direkt los!

Essen Sie, wenn Sie Hunger haben.

Das hört sich erst mal ganz einfach an. Ist es aber nicht.

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Foto: Jan Claus / pixelio.de

Hunger oder Durst? Manchmal glauben wir, wir hätten Hunger, weil wir Durst haben. Wasser ist für den Organismus lebenswichtig. Alle Zellen schreien danach, wenn wir zu wenig trinken. Es kann schwierig sein, die beiden Grundbedürfnisse auseinanderzuhalten. Zur Unterscheidung empfehle ich, einfach etwas Wasser zu trinken und nach ein paar Minuten nochmal nachzuspüren, ob der „Hunger“ noch da ist. Achten Sie generell auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Auch sie ist individuell verschieden. Aufschluss kann hier ein Blick auf die Blutgruppe (0 braucht am meisten Flüssigkeit) oder in die Elemente-Balance nach Dr. Peter Vill bringen: Menschen mit Wasser-Überschuss kommen mit weniger aus, vor allem Frauen – es sei denn, sie haben Blutgruppe 0.

Gesüßte Getränke betrachten wir beim intuitiven Essen wie feste Nahrung.

Körperhunger oder Seelenhunger? Es kommt relativ häufig vor, dass nicht unser Körper, sondern unsere Seele Hunger hat. Dann trösten wir uns mit Süßigkeiten oder wir bauen Stress ab, indem wir etwas knabbern. Zur Differenzierung gibt es ein paar wichtige Merkmale:

Körperhunger zeigt sich körperlich: Der Magen knurrt oder wir fühlen uns schwach oder uns ist kalt oder ähnliches. Er kommt langsam und steigert sich. Heißhunger, der uns plötzlich überfällt, ist in der Regel Seelenhunger. Dieser ist sehr spezifisch. Das heißt, wir brauchen dann beispielsweise unbedingt Schokopudding oder Salami. Essen wir etwas anderes, ist das unbefriedigend. Bei richtigem Körperhunger haben wir möglicherweise auch Appetit auf etwas Spezielles. Er lässt sich aber prinzipiell mit vielen verschiedenen Nahrungsmitteln stillen. Geruchs- und Geschmackssinn sind geschärft, wenn unser Körper Hunger hat. Dann läuft uns schon beim Duft der Speisen das Wasser im Munde zusammen und wir erleben beim Essen eine genussvolle Geschmacksexplosion auf der Zunge. Das hat die Natur klug eingerichtet.

Wenn Ihr Körper Hunger hat: Essen Sie! Das verlangt manchmal nach ein bisschen Weitsicht und Planung. Beispielsweise wenn Sie reisen, oder wenn Sie bei der Arbeit an bestimmte Pausenzeiten gebunden sind. Dann halten Sie beispielsweise eine Kleinigkeit wie einen Apfel oder Müsliriegel für den 11-Uhr-Hunger breit, so dass Sie eine Stunde später wieder richtig hungrig sind, wenn die Kantine öffnet.

Disziplin und Geduld. Wenn wir gelernt haben, beide Formen von Hunger zu unterscheiden, braucht es Beharrlichkeit, um die Gewohnheiten zu ändern. Für den Stressabbau eine Runde um den Block zu laufen, eine Meditationsübung zu machen oder sich Tierbilder anzusehen, können gute Alternativen sein. Sicher fallen Ihnen noch mehr Ideen ein. Nun braucht es Disziplin einerseits und Geduld anderseits bei der Umsetzung. Und am Wichtigsten: Üben Sie Gnade mit sich selbst. Sie werden vermutlich nicht sofort alles perfekt beherzigen können, was Sie hier lesen. Loben Sie sich bitte für jeden Fortschritt und jedes Gelingen.

Das Prinzip Hoffnung. Unsere innere Haltung ist wichtig, mit der wir eine Sache angehen. Ein „Gewinner-Mindset“, so wissen die Erfolgsforscher, blickt auf das Positive und bleibt zuversichtlich, auch wenn einmal etwas schiefgeht. Das ist natürlich auch eine Typfrage und lässt sich nicht so ohne Weiteres für jeden optimieren. Doch auch Sie können Ihren Blick für den Teil der Wahrheit weiten, der erfreulich ist und gut läuft. Die Einstellung, dass wir es schaffen können, ist in jedem von uns angelegt, sonst hätten wir niemals laufen gelernt, sondern wären nach dem xten Hinfallen einfach sitzen geblieben.

Hören Sie mit dem Essen auf, wenn Sie satt sind.

Das geht nur, wenn Sie bei Körperhunger gegessen haben. Denn wir stellen nur Sättigung fest, wenn vorher Hunger da war. Er hört dann nämlich auf. Das ist der wesentliche Hinweis. Doch es gibt noch andere Anhaltspunkte, wie man merkt, dass man satt ist. Man ist übrigens nicht automatisch dann satt, wenn der Teller leer ist. Viele von uns sind so erzogen, dass man seinen Teller leer machen muss. Das führt oft dazu, dass wir mehr essen als uns gut tut.

Selbstbestimmung. Zur Problemlösung gibt es verschiedene Strategien. Denken Sie „Pfeif drauf!“ und freuen Sie sich über Ihre Entscheidungsfreiheit als erwachsene Frau oder erwachsener Mann. In der Theorie sollte es so leicht sein. In der Praxis ist die Bindung an unser Familiensystem mit all seinen Glaubenssätzen häufig stärker als unser sogenannter freier Wille. Ein friedlicher Beisatz wirkt manchmal Wunder, z.B. „Danke, liebe Eltern, für die gute Absicht. In Eurem Leben war es wichtig, den Teller leer zu essen. Wir leben jetzt im 21. Jahrhundert. Der Krieg ist vorbei. Ich esse ab jetzt so viel wie meinem Körper gut tut.“

Essen Sie langsam. Die Meldung über den Sättigungsgrad aus dem Verdauungssystem ans Gehirn braucht Zeit. Wenn wir zu schnell essen, merken wir erst, dass wir satt sind, wenn wir längst zu viel gemampft haben. Daher ist es essenziell wichtig, langsam zu essen. Manchen hilft es, ihre Kaubewegungen zu zählen. Wenn Ihnen das zusagt: Machen Sie es so, aber bitte passen Sie auf, dass Sie nicht zwanghaft werden. Anderen hilft es, mit einer kleinen Kuchengabel zu speisen. Auch kann es hilfreich sein, das Besteck immer mal wieder abzulegen und in einer kleinen Esspause aufmerksam nachzuspüren, ob der Körper noch etwas braucht.

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Foto: Timo Klostermeier / pixelio.de

Keine Chance, auf ihr natürliches Sättigungsgefühl zu hören, haben übrigens Menschen, die regelmäßig appetitanregende Substanzen zu sich nehmen. Das gilt für manche Medikamente (z.B. Cortison in hohen Dosen) ebenso wie für bestimmte Zusatzstoffe in der Nahrung (Mononatriumglutatmat).  Während Medikamente nicht einfach abgesetzt werden können, weil man sich intuitiv ernähren möchte, sind Zusatzstoffe weitgehend vermeidbar.
Mononatriumglutamat trägt die Bezeichnung E621. Es verbirgt sich aber auch hinter der harmlos klingenden Umschreibung “Hefeextrakt” oder es wird als “natürlicher Geschmacksverstärker” tituliert. In Experimenten hat sich gezeigt, dass Tiere schneller fressen, insgesamt mehr Nahrung zu sich nehmen und infolgedessen rasch Gewicht zulegen, wenn man ihnen Mononatriumglutatmat ins Futter mischt. Der Zusatzstoff spart den Nahrungsmittelherstellern echte (teurere) Gewürze und soll den Geschmacksverlust durch Konservierung und lange Lagerung ausgleichen. Daher ist er in vielen Fertigprodukten, in Kantinenessen und in Restaurantspeisen oft enthalten. Studieren Sie die Angaben zu den Inhaltsstoffen. Besonders häufig findet sich Mononatriumglutamat als Geschmacksgeber überflüssigerweise in Gemüsebrühe – selbst von Bio-Herstellern. Wählen Sie eine “hefefreie” Variante.

Konzentration aufs Wesentliche. Ungünstig ist es, beim Essen noch irgendetwas anderes zu tun. Das Lesen Ihrer WhatsApp Nachrichten, der Fernsehkonsum oder das Studium der Zeitung lenken Sie vom Genuss ab, Sie verpassen den Sättigungsmoment oder missbrauchen das Essen zum Stressabbau. Führen Sie bitte auch keine aufregenden Diskussionen oder gar Streitgespräche bei Tisch. Diese Form der Exklusivität dient der Verdauung und der Gesundheit im Allgemeinen. Wenn Sie befürchten, Ihre neuen Gewohnheiten könnten Ihr Umfeld irritieren, kündigen Sie an, dass Sie sich während des gemeinsamen Mahls in erster Linie auf die Speisen konzentrieren werden. Bleiben Sie nach dem Essen noch etwas sitzen und klinken Sie sich dann in die Konversation ein.

Essen Sie beim Essen. Schmecken Sie, was da an Ihrem Gaumen vorbei wandert. Genießen Sie das Erlebnis. Vielleicht schließen Sie die Augen. Freuen Sie sich über das Aroma. Bemerken Sie das Knuspern oder das zarte Schmelzen der Speisen in Ihrem Mund. Werden Sie zum Gourmet.

Kleine Portionen. Ein unterstützender Trick kann es sein, einen kleineren Teller zu wählen. Nehmen Sie sich Ihr Essen grundsätzlich selbst. So bestimmen Sie über die Menge. Vielleicht werden Sie verwundert sein, mit wie wenig Essen Sie glücklich und satt sein können. Lassen Sie liegen, was Ihr Körper jetzt nicht braucht. Bewahren Sie es für später auf oder tun Sie es weg, auch wenn Sie das anfangs etwas Überwindung kosten wird.

Essen Sie nur, worauf sie Lust haben

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Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Haben Sie sich da verlesen? Nein! Sie dürfen nicht nur, sondern Sie sollen ausdrücklich das essen, wonach Ihnen ist. Jetzt kommt die sensorische Intelligenz ins Spiel. Wenn wir uns vorher nicht mit tausend Verboten alles Ungesunde durch Verzicht attraktiv gemacht haben, wird unser Körper durch den Appetit anzeigen, was er braucht.

Und was wenn doch? Dann essen Sie es. Es ist völlig normal, dass Sie sich erst mal das holen, was Sie entbehrt haben. Glauben Sie mir: Sie werden nicht vier Wochen am Stück täglich Pizza wollen. Und durch die Sättigungsregelung werden Sie sich daran ja auch nicht überfuttern. Nach einer überschaubaren Umstellungsphase werden Sie zu einer für Ihren Körper passenden ausgewogenen Ernährung kommen. Falls Sie ein großes Verlangen nach einem bestimmten Lebensmittel haben, kann das ein Ausgleichsversuch für einen speziellen Nährstoff sein. Gelüstet Ihnen beispielsweise nach Austern, fehlt womöglich Zink, bei Sesam-Japp Selen und so weiter.

Grundversorgung sichern. Als gute Unterstützung zur Ernährungsumstellung hat es sich in der Praxis bewährt, kurmäßig über drei Monate hinweg ein breitgefächertes Nährstoffpräparat einzusetzen. Sonst besteht die Gefahr, dass ein bestimmter Nährstoffmangel die Auswahl Ihrer Lebensmittel bestimmt und es dadurch zu einer einseitigen Ernährung kommt, die wiederum andere Defizite aufbaut. Unsere Böden sind überdüngt und durch Monokulturen ausgebeutet, daher sind unsere Lebensmittel nicht mehr so nährstoffreich wie noch vor 50 Jahren. Auch halten wir uns weniger im Freien auf, dadurch fehlt den meisten Menschen hierzulande beispielsweise Vitamin D. Theoretisch kann man viele Nährstoffmängel anhand von Blutwerten ermitteln. Ohne konkreten Verdacht nach dem Schrotschussprinzip Laborwerte bestimmen zu lassen, ist allerdings aufwändig und teuer. Außerdem gibt es Nährstoffe, deren Status nicht sinnvoll aus dem Blutwert abgeleitet werden kann.

Wenn Sie sich für ein Nahrungsergänzungsmittel entscheiden: Vermeiden Sie künstliche Süßungsmittel. Sie sind für ihre appetitanregende Wirkung bekannt. Leider finden sich Sorbit, Aspartam & Co. sogar in manchen hochpreisigen Nahrungsergänzungen aus der Apotheke. Ich empfehle aus eigener Erfahrung den schmackhaften Saft der Marke LaVita und nehme selbst täglich 1 bis 2 Esslöffel in Wasser aufgelöst zu mir. Der Wettbewerber Cellagon stellt ebenfalls qualitativ gute Multipräparate zum ähnlichen Preis her. Probieren Sie aus, was Ihnen besser schmeckt und bekommt.

Achten Sie auf die Bekömmlichkeit

Da ist er ja: der Haken an der Sache. Etwa eine Stunde nach dem Essen spüren Sie aufmerksam in sich hinein, wie es Ihnen bekommen ist. Falls Sie es nicht gut vertragen haben, lernen Sie daraus. Nicht, was jemand meint, was Sie nicht essen sollten, ist der Maßstab. Nur, was Ihr Körper will oder nicht will, beeinflusst die Nahrungsauswahl. Meiden Sie Lebensmittel, die Ihnen schaden. Es wird noch genügend andere geben, die Ihnen schmecken und gut bekommen.

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Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de – nachgsetllte Situation

Allergien und Unverträglichkeiten. Verzögerte allergische Reaktionen können bei der Nahrungsauswahl zusätzlich von Bedeutung sein. Man kann sie durch einen Bluttest ermitteln. Wählen sie ein Testverfahren, das per Ampel-System anzeigt, wie heftige die Reaktion ist, um dann zunächst die mit Rot gekennzeichneten Speisen konsequent zu meiden. Beachten Sie, dass Nahrungsmittelallergien und –unverträglichkeiten nicht in Stein gemeiselt sind. Es lohnt sich, nach einiger Zeit einen erneuten Test zu machen. Die gängigen Pricktests, die von der Reaktion der Haut am Rücken oder Arm auf die Verträglichkeit der Lebensmittel im Darm schließen wollen, haben nur beschränkte Aussagekraft.

Es sich gut gehen lassen. Das kann eine sehr grundsätzliche Entscheidung sein und andere Lebensbereiche beeinflussen. Möglicherweise gehören Sie zu den Menschen, die sich selbst mehr oder weniger bewusst Schaden zufügen. Dann holen Sie sich Hilfe. Autodestruktion hat viele Gesichter. Ich habe in der Praxis oft erlebt, dass beispielsweise alleingeborene Zwillinge für zwei arbeiten oder für zwei essen. Oder dass Menschen Schwierigkeiten damit haben, es sich gut gehen zu lassen, wenn das Schlechtgehen in ihrer Familie Tradition ist. Solche Hintergründe erfordern professionelle Unterstützung. Und das Gute: Die so angestoßenen Entwicklungen kommen nicht nur Ihrem Essverhalten, sondern Ihrer kompletten Lebensqualität zugute. Auf diese Weise kann ein scheinbar banales Thema wie das Essen zu wesentlichen Veränderungen im Leben führen.

Meine persönliche Erfahrung

So, und nun komme ich mit einer „Ich hab´s geschafft“-Aussage: Glücklich und satt habe ich im Jahr 2018 mehr als 7 Kilogramm Körpergewicht abgenommen, ohne mich dafür auch nur im Allergeringsten anzustrengen, geschweige denn auf irgendetwas zu verzichten. Und die überzähligen Pfunde kommen nicht zurück. Natürlich habe ich durch meine Arbeit mit Somatic Experiencing viel Übung darin, meinen Körper zu spüren. Das hilft. Doch auch das Körperbewusstsein kann man schulen, wenn man will.

Machen Sie sich frei von fremden Gurus, folgen Sie Ihrer Körper-Intelligenz und vertrauen Sie auf Ihre innere Weisheit. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, spannende Erkenntnisse über Ihr wahres Wesen und einen guten Kontakt zu sich selbst.

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Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Weitere Infos:
“Intuitiv abnehmen – zurück zu natürlichem Essverhalten” Elyse Resch, Evelyn Tribole, Goldmann 2014

Nun bin ich gespannt auf Ihre Kommentare: Wie klingt für Sie die Idee, dem Körper zu vertrauen? Hatten Sie schon vorher etwas über Intuitives Essen gehört? Haben Sie selbst bereits Erfahrungen mit diesem Ernährungskonzept gesammelt? Was hilft Ihnen dabei, Ihren Leib so zu akzeptieren, wie er ist? Bitte lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen teilhaben und schreiben Sie einen Kommentar!

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10. Juli 2018 von Petra Weiß
Kategorien: Umdenken | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Welch intelligenter Beitrag jenseits der Massenhysterie, was gesund und richtig für uns ist! Auch meine persönliche Erfahrung über “artgerechte” Ernährung und Lebensweise bestätigen jede hier geschriebene Zeile. Chapeau für diesen wertvollen Blog! Meine Körperintelligenz fühlt sich äußerst wertgeschätzt 🙂

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