Heuschnupfen ganzheitlich behandeln

Heilpraktiker Weinheim Psychotherapie

Alle Jahre wieder plagt viele Menschen eine saisonale Allergie. Wie kommt es eigentlich dazu, dass wir auf an sich harmlose Pollen oder Gräser so feindselig reagieren? Was können wir aus der körperlichen Reaktion lernen? Mit welcher Haltung wenden wir uns therapeutischen Verfahren zu? Und was kann man vorbeugend oder begleitend tun?

Auch wenn viele Abläufe im Körper bis ins Kleinste erforscht sind und beschrieben werden können, bleibt die Frage nach dem Warum häufig offen. Mir gefällt die Idee, dass hinter den leiblichen Vorgängen geistige Prinzipien zu erkennen sind. Dieses Grundkonzept ist unter dem Begriff Psychosomatik bekannt. Man geht davon aus, dass seelische Konflikte, die nicht gelöst werden, sich früher oder später auf der körperlichen Ebene zeigen. Der Patient „somatisiert“, das heißt, er verkörpert das seelische Malheur.

Unzählige Bücher befassen sich damit, wie bestimmte Beschwerden zu deuten sind. Aus dieser Lektüre kann man sich Anregungen holen, wie Analogien zwischen körperlichen und seelisch-geistigen Vorgängen grundsätzlich verstanden werden können. Eins zu eins auf jeden einzelnen übertragbar sind sie freilich nicht immer.

Das ist wie mit der Deutung eines Bildes im Rahmen der Kunsttherapie: Man darf den Menschen nicht außer Acht lassen, um den es gerade geht. Der Künstler, der eine Allergie in seinem Körper erschaffen hat, um etwas Bestimmtes zum Ausdruck zu bringen, ist wesentlich. Die Allergie ist wie jede andere Veränderung, die wir als Krankheit bezeichnen, eine Form des Selbstausdrucks.

Ein Praxisbeispiel

Eindrücklich habe ich diesen individuellen Bezug beim Heuschnupfen einer Patientin erlebt. Die zurückhaltende junge Dame reagiert auf Birkenpollen. Deshalb kam sie aber nicht in meine Sprechstunde. Um es mit meiner Sprache zu sagen, weil ich die Frau hier aus Gründen der Vertraulichkeit nicht wörtlich zitieren will: Sie möchte ihr Inneres der Außenwelt mehr zeigen. Das war im Grunde ihr Anliegen.

Aus diesem Zusammenhang heraus finde ich es äußerst einleuchtend, dass sie ausgerechnet gegen Birke allergisch ist. Dieser Baum zeigt als einziger mit seiner weißen Rinde nach außen einen Stoff, den alle anderen Baumarten hinter ihrer borkigen Schutzschicht behalten. Folgerichtig führt die Allergie schwerpunktmäßig zu Hautproblemen: Die obere Schicht schält sich regelrecht ab.

Ohne den zugrundeliegenden inneren Konflikt zu lösen, wird vermutlich das beste Allergiemittel nicht wirken können. Das Bewusstsein über die psychosomatischen Bezüge ist ein guter erster Schritt. Hilfreich werden voraussichtlich Medikamente und Methoden sein, die sowohl die körperlichen Erscheinungen als auch ihre seelischen Ursachen im Auge haben.

Psychoneuroimmunologie

Bewährt hat sich in Zusammenhang mit Allergien und anderen Merkwürdigkeiten des Immunsystems (Autoimmunerkrankungen wie z.B. MS, Lupus, Asthma, Gastritis, Hashimoto) ein 360-Grad-Blick.

Wie wir aus den Forschungsergebnissen der Psychoneuroimmunologie seit mehr als 20 Jahren wissen, hängen die Nerven, das Immunsystem und der Gemütszustand eng zusammen. Diese Wissenschaft belegt akribisch, was die Erfahrungsheilkunde seit Jahrhunderten weiß: Körper, Seele und Geist kann man bei der Betrachtung von Gesundheit und Krankheit nicht voneinander getrennt sehen. Sie stehen in ständiger Wechselwirkung.

Allergien verändern häufig ganz deutlich die Stimmung bei den Betroffenen, die sich dann auch anders benehmen als sonst – wie übrigens viele Erkrankungen zu einem typischen Krankheitsverhalten (sickness behavior) führen. Wir sollen nicht herumtollen wie junge Hunde, wenn unser Körper gerade mit einer Krankheit kämpft, sondern uns schonen und die Kräfte auf unsere Genesung konzentrieren. Deshalb sind wir müde und abgeschlagen, wenn wir einen Infekt haben. Die Natur hat unsere Reaktionen auf akute Beschwerden grundsätzlich sinnvoll eingerichtet.

Theorie und Praxis

Wenn wir aber von März bis Mai erschöpft sind, weil die Birkenpollen fliegen, ist das mit unserem modernen Verständnis von Lebensfreude und Leistungsfähigkeit schwer zu vereinbaren.

Die Wechselwirkung bedeutet auch, dass wir umgekehrt durch unsere seelische und nervliche Verfassung auf das Allergiegeschehen Einfluss nehmen können. Viele Betroffene klagen, dass „unter Stress“ die Symptome schlimmer werden. Wir brauchen daher oft eine Lösung für den Stress, wenn wir nach einer Lösung für die Allergie suchen.

Die Seele und die Nerven können wir durch geeignete Verfahren aus der Psychotherapie entlasten, manchen Patienten dienen auch Entspannungstechniken und Mediationen. Sanfte Helfer aus der Naturheilkunde sind die Bachblüten, die im Idealfall individuell zusammengestellt werden. Möglicherweise hilft die Bachblüten-Konstitution oder ein kinesiologischer Test, um herauszufinden, was dem Einzelnen jetzt am meisten dient.

Bachblüten und andere sanfte Helfer

Praxis Lichtblick Heilpraktiker Psychotherapie Weinheim
Foto: Thomas Kämpf ©Petra Weiß

Aus meiner Erfahrung eignen sich ein paar Bachblüten ganz besonders gut zur Linderung von allergischem Geschehen:

    • Scleranthus zur Entscheidung, was Freund und was Feind ist (Birkenpollen sind an sich ja harmlos)
    • Mustard wirkt der Abgeschlagenheit entgegen
    • Holly lindert reflexhafte „Dagegen“-Reaktionen, also Widerstände, die keinen Sinn (mehr) machen
    • Chestnut Bud unterstützt den Körper und die Seele dabei, neue Wege zu gehen

Lassen Sie sich in der Apotheke für kleines Geld eine Mischung herstellen: 2/3 Wasser, 1/3 Alkohol, je 3 Tropfen der jeweiligen Blüte aus der Stockbottle in eine 30 ml Pipettenflasche füllen, täglich 4×4 Tropfen einnehmen.

Starten Sie mit der Behandlung kurz vor der Allergiesaison und beenden Sie sie erst, wenn der Pollenflug vorüber ist.

Alchemie.

Eine intelligente Komposition zum Thema Freund-/Feind-Erkennung habe ich bei den Komplexmitteln des Frankfurter Apothekers Carsten Pötter gefunden. In einem alchemistischen Prozess fügt er verschiedene Pollen als Allergene mit pflanzlichen und mineralischen Mitteln zusammen. Bei Bedarf kann man die Therapie durch individuell gestaltete Affirmationen unterstützen.

Darmgesundheit.

Ebenfalls bewährt hat sich die Regulation der Darmtätigkeit bei Allergikern. Ob Sie Ihre Darmflora im Labor untersuchen lassen und gezielt die Bakterien „nachfüttern“, die fehlen. Oder ob Sie dem Darm eine allgemeinere Unterstützung zukommen lassen, wie beispielsweise eine pflanzliche Kur aus der anthroposophischen Apotheke, entscheiden Sie nach Ihren Vorlieben und Möglichkeiten. Ein Naturheilkundler begleitet Sie dabei mit seinen Fachkenntnissen und Erfahrungen.

Energiearbeit.

In der japanischen Heilkunst Jin Shin Jyutsu liegen die Punkte zur Allergiebehandlung am Oberkörper auf beiden Seiten der Brustwirbelsäule. Diese Stellen eine Weile mit den Händen zu halten, kann Ihr Vorhaben auf der Ebene der Energiebahnen unterstützen. Keine Angst: Sie können rein gar nichts falsch machen. Legen Sie einfach Ihre Hände auf den Brustkorb rechts und links des Brustbeins, das geht im Liegen am bequemsten. Diese Punkte regulieren „zufällig“ auch den Appetit und helfen beim Loslassen von altem Groll, der in die Vergebung gebracht werden will. Vergebung ist ein Kapitel für sich, über das ich zu einem späteren Zeitpunkt noch ausführlich berichten werde.

Gedanken zur Desensibilisierung

Ob man sich für eine sogenannte Desensibilisierung entscheiden will, ist Geschmackssache. Ich habe in meiner Praxis noch keinen einzigen Patienten erlebt, der durch solch ein Verfahren dauerhaft von seiner Allergie befreit worden wäre. Dabei leuchtet mir das Konzept aus homöopathischer Sicht sehr wohl ein: Man konfrontiert den Körper mit dem „Feind“ in winzigen Dosen, sodass er lernt, dass er mit der Bedrohung umgehen kann.

Die Behandlung ist leider in ihren Ergebnissen so wenig überzeugend und auf eine derart lange Dauer angelegt, dass die meisten Menschen sie logischerweise vorzeitig abbrechen. Und dann gibt man ihrem Mangel an Durchhaltevermögen die Schuld für das Nichtgelingen.

Irgendwie kommt mir die verdrehte Logik bekannt vor: Wenn Du nicht noch mehr von dem Nutzlosen nimmst, kann es ja nicht wirken. Selber schuld!

Natürlich erhebe ich keinen Anspruch auf die Vollständigkeit meiner Erfahrungen. Wenn Sie eine Desensibilisierung mit nachhaltigem Erfolg gemacht haben: Glückwunsch! Ich freue mich für Sie.

Umgang mit dem eigenen Körper

Aus der Traumatherapie ist mir jedoch bewusst, wie fein dosiert solche Impulse sein müssen, damit der gewünschte Effekt eintreten kann. Ansonsten läuft man Gefahr, eine Traumareaktivierung auszulösen oder eine „Normopathie“ zu erzeugen.

Ähnlich wie bei Traumapatienten, die nach einer Verhaltenstherapie zwar das gewünschte Verhalten an den Tag legen, sich dafür aber maximal von ihren Empfindungen abspalten müssen. Das schaut dann zwar vordergründig so aus als hätte man das Problem überwunden. Die Ursache bleibt davon aber unberührt und kann noch andernorts Schaden anrichten.

Tatsächlich ist die Botschaft dieses desensibilisierenden Therapiekonzepts aus psychosomatischer Sicht fraglich: Man setzt den Menschen einer (Dauer-)belastung aus mit dem Ziel, dass er darauf früher oder später nicht mehr reagieren wird.

Das Wort Desensibilisierung spricht Bände: „Stell Dich nicht so an, sei nicht so empfindlich!“ Ist das die Haltung, mit der Sie Ihrem Körper begegnen wollen? Meinen Vorstellungen von liebevoller Selbstfürsorge entspricht sie nicht.

Blutgruppe und Ernährung

Zu guter Letzt will ich noch auf eine allgemeine Entzündungsneigung aufmerksam machen, die durch eine nicht typgerechte Ernährung bedingt sein kann. Stille Entzündungen schleppen viele Menschen tagein, tagaus mit sich herum. Und wenn dann im Frühjahr noch das Allergen dazu kommt, dann zeigen sich die Maläsen.

Die feurige Blutgruppe 0 ist anfällig für Entzündungen – ebenso wie ihre abgemilderten Varianten A0 und B0, die im schulmedizinischen Laborbefund neben AA und BB unter den Sammelbegriffen A und B geführt werden. Fragen Sie Ihre Eltern, ob jemand Blutgruppe 0 hat, wenn Sie A oder B im Blutspenderausweis oder im Mutterpass stehen haben. Dann hat man Ihnen von dieser Seite sicher auch ein feuriges Gen vererbt.

Für Menschen „mit Feuer im Blut“ kann es langfristig sehr entlastend sein, die Ernährung schrittweise umzustellen. Weizen und Milchprodukte vertragen Sie entweder offensichtlich oder eher subtil nicht gut. Die enthaltenen Lektine verkleben mit den Bestandteilen des Blutes in der Blutbahn und in den Organen. Das hat verschiedene Auswirkungen, eine davon ist eine Irritation des Immunsystems, die unter anderem zu Allergien führen kann.

Selbst wenn Sie schon einige Diäten versucht haben, kann eine Blutgruppen-orientierte Ernährungsumstellung vielleicht ein wichtiger Mosaikstein für Sie sein. Die beiden konkreten Beispiele oben dienen der Veranschaulichung. Das Konzept ist natürlich weitaus komplexer. Holen Sie sich bei Bedarf fachkundige Unterstützung, brechen Sie nichts übers Knie und vor allem: Zwingen Sie sich nicht zu irgendeiner Kostform, die Ihnen zutiefst zuwider ist.

Auch das ist eine Frage der grundsätzlichen Haltung. Meine Überzeugung ist, dass der Körper gute Gründe hat, bestimmte Gewohnheiten nicht loslassen zu wollen, selbst wenn sie offensichtlich schädlich sind. Dann muss man herausfinden, welchen Zweck sie erfüllen, bevor sie gehen können. Vermutlich fehlt etwas Wichtiges. Bleibt es unbeachtet, kompensiert man sonst das Fehlende mitunter auf eine noch schädlichere Weise.

Im Bewusstsein liegt die Lösung

Wie immer spreche ich mich für einen bewussten Umgang mit dem Körper und dem Seelisch-Geistigen aus. Hinterfragen Sie das Konzept Ihrer Behandlung, vor allem, wenn sie auf Langfristigkeit ausgelegt ist oder ein Vermögen kosten soll. Schöpfen Sie alle Möglichkeiten der Selbsthilfe aus, die Ihnen sinnvoll und sympathisch erscheinen. Und lassen Sie sich punktuell oder phasenweise von jemandem Unterstützen, der Ihr Vertrauen verdient hat.

Vielleicht gibt Ihnen Ihre Allergie einen wichtigen Hinweis darauf, dass Sie in Ihren Beziehungen prüfen, wer wirklich Ihr Freund ist – auch in der Zusammenarbeit mit einem Therapeuten.

Sie haben eine berechtigtes Interesse daran, Fortschritte erkennen zu können und die Sinnhaftigkeit einer Behandlung beurteilen zu wollen. Lassen Sie nicht locker bis Sie sich eine eigene Meinung bilden können, die auf sachlichen Informationen und einem guten Bauchgefühl begründet ist.

Text: Petra Weiß
Foto: Oliver Mohr / PIXELIO

Grippe – nein Danke!

Praxis Lichtblick Heilpraktiker Weinheim
Gut gewappnet durch die kalte Jahreszeit.
Foto: Martin Gebhardt / pixelio.de

In den Medien hört man alle Jahre wieder Schreckensmeldungen über bevorstehende „Infektionswellen“: Vogelgrippe, Schweinegrippe oder Influenza.

In der Sprechstunde werde ich immer wieder gefragt, was man aktiv tun kann, um einen Infekt zu vermeiden oder sich zu wappnen, damit man ihm im Fall der Fälle mit einer starken Abwehr begegnen kann.

Hier habe ich ein paar praktische Tipps für Sie zusammengestellt.

Dass um uns herum und in unserem Körper Viren, Bakterien und Pilze sind, bedeutet nicht, dass wir krank werden. Solche Erreger sind allgegenwärtig. Das Wunderwerk Mensch verfügt über eine ganze Reihe von ausgeklügelten Abwehrmechanismen, die im Normalfall sehr gut funktionieren. Werden wir trotzdem krank, sind noch andere Faktoren im Spiel, auf die wir durchaus Einfluss haben:

Bewegung in der Natur kann auch im Winter Freude machen.
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Lifestyle.

Die beste Abwehr gegen Infekte leistet ein intaktes Immunsystem. Dazu können Sie einiges selbst beitragen: Regelmäßige Bewegung – auch in der kalten Jahreszeit, angemessene Umgebungstemperatur und Kleidung, ausgewogene Ernährung und ein typgerechter Lebensstil mit einem gesunden Verhältnis von Anspannung und Entspannung sind das A und O. Was typgerecht bedeutet, ergibt sich aus der 4-Elemente-Auswertung für jeden individuell.

Körper-Seele-Geist.

Mittlerweile weiß man um die enge Verzahnung von Immunsystem, Nervensystem und Hormonsystem. Daraus wird immer klarer, warum es für den Körper dienlich ist, das Seelenleben zu entlasten. Die Wissenschaft der Neuropsychoimmunologie deckt diese Zusammenhänge forschend auf. Insofern sind alle Methoden hilfreich, die die seelische Balance fördern.

Gemütsverfassungen mit hohem Stresslevel, wie beispielsweise Angst, sind kontraproduktiv für eine gesunde Abwehr. Wenn Sie nicht gerade zur Risikogruppe mit geschwächtem Immunsystem gehören, (durch Chemotherpaie oder Immunsupression oder bei schweren Vorerkrankungen), schaden Sie sich mehr als es Ihnen nützt, sich wegen eines drohenden oder bestehenden Infekts verrückt zu machen.Und wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören, ergreifen Sie bitte sinnvolle Maßnahmen ohne Panik. Falls Sie die Angst ergreift, suchen Sie sich geeignete Hilfe. 

Meine Empfehlung: Vernünftige Vorsichtsmaßnahmen ja. Hysterie nein!

Hygiene.

Viel Leid durch Seuchen hätte man in früheren Epochen der Menschheitsgeschichte vermeiden können, wenn die Übertragungswege bekannt gewesen wären. Eine einfache und wirkungsvolle Maßnahme ist immer noch das Händewaschen: 30 Sekunden mit normaler Seife.

Desinfektionsmittel fürs tägliche Händewaschen zu nutzen, ist im normalen Hausgebrauch nicht sinnvoll. Sie zerstören damit den natürlichen Schutzmantel der Haut. Um diesen zu fördern, sind jetzt Handcremes – bitte zertifizierte Naturkosmetik – wichtig. Gesunde Haut trägt zur Infektabwehr mehr bei als spröde, trockene oder rissige Hände.   

Noch ein praktischer Hygiene-Tipp: Fassen Sie sich unterwegs nicht so oft ins Gesicht. Erreger finden ihren Weg in den Körper am einfachsten von den Händen über die Schleimhäute von Auge, Nase und Mund.

Schleimhautbarriere.

Unsere Häute und Schleimhäute sind dafür gewappnet, Krankheitskeime abzuwehren, die in den Körper eindringen könnten. Die Schleimhäute müssen dazu feucht genug sein. Trinken Sie also hinreichend und lassen Sie die Luft in beheizten Räumen nicht austrocknen. Luftbefeuchter oder regelmäßiges Lüften sind zweckdienlich. Aber bitte lassen Sie die Räume nicht auf Nordpol-Niveau auskühlen. Das Wort Erkältung kommt von Kälte.

Falls Sie zu allergischen Reaktionen im Mund-/Nasen-/Rachenraum neigen, meiden Sie Ihre bekannten Allergene in dieser Zeit besonders konsequent, wenn das möglich ist.

Mikronährstoffe. Eine ausgewogene Rundumversorgung mit Mikronährstoffen unterstützt den Körper bei der Infektabwehr: Ich selbst gönne mir ganzjährig jeden Tag ein hochwertiges Vitalstoffpräparat, im Winter erhöhe ich die Dosis. Achten Sie generell darauf, dass Nahrungsergänzungsmittel aus natürlichen Quellen stammen und prüfen Sie die Zusammensetzung. Bei allen Multiprodukten sind Vitamin C und Magnesium im Bedarfsfall noch zusätzlich einzunehmen. Magnesium empfehle ich nur bei entsprechenden Beschwerden (z.B. Krampfneigung) und wenn Erdelement nicht im Übermaß vorhanden ist.

Vitamin C dient so vielen Stoffwechselprozessen und ist gleichzeitig ein Radikalenfänger, dass es in der naturheilkundlichen Behandlung von Infekten schon lange einen festen Platz einnimmt. Lösen Sie 3 Mal täglich eine Messerspitze in Flüssigkeit auf. Trinken Sie reichlich Wasser nach, damit der Zahnschmelz nicht unter der Säure leidet. Mit der Dosis können Sie großzügig umgehen. Was überschüssig ist, scheiden gesunde Nieren problemlos aus. Ich empfehle ein naturnahes Produkt zu verwenden, z.B. Acerola-Pulver. Hier bitte nicht sparen! Billiganbieter züchten Vitamin C auf Pilzkulturen im Labor.

Heilpraktiker Weinheim
Von Oktober bis März reicht die Sonneneinstrahlung nicht für unsere Vitamin D Produktion. Foto: Petra Weiß

Der Großteil der Bevölkerung in Mitteleuropa ist schon im Sommer mit dem Sonnenvitamin D unterversorgt! Im Winter fehlt die Sonne, wodurch noch weniger Vitamin D im Körper produziert wird. Sogar für jeden Gesunden sind 2.000 IE (internationale Einheiten) Vitamin D während der Wintermonate empfehlenswert und bei nachgewiesenem Mangel sollte die Dosis 6.000 IE täglich betragen. Ich lasse bei meinen Patient*innen alle drei Monate den OH25-Spiegel im Blut prüfen, wenn sie Vitamin D in hohen Dosen einnehmen. Für rund 20 Euro gewinnt man Sicherheit und therapiert nicht auf Verdacht.

Bei bestimmten Krankheitsbildern (z.B. Autoimmunerkrankungen) reicht ein Vitamin-D-Spiegel nicht aus, der nur in der Norm liegt. Sondern man therapiert an die obere Grenze des Referenzbereichs – selbstredend unter Kontrolle der Laborwerte. Vitamin-D ist ein billiges „Medikament“. Es ist kaum zu glauben, dass dennoch in weiten Teilen der Bevölkerung eine Unterversorgung besteht! Nebenwirkungen durch Überdosierung sind in der Praxis kaum zu beobachten. Allein bei Kindern sollte man den Kalziumspiegel im Auge behalten, wenn man über längere Zeit mehr als 4.000 IE täglich verabreicht. Besprechen Sie solche Maßnahmen im Vorfeld mit ihrem naturheilkundlich orientierten Kinderarzt.

In 12 Jahren Naturheilpraxis habe ich mich nicht ein einziges Mal bei einem Patienten angesteckt. Mein Geheimtipp für stabile Schleimhäute (denn hier treten die Erreger in den Körper ein – oder eben nicht!) ist Zink. 25 mg Zinkorotat täglich schützen die Schleimhäute. Wenn Sie diese Dosis über sechs Wochen oder länger einnehmen möchten, ist es notwendig, parallel Kupfer, Mangan, Kalzium und Eisen zuzuführen, damit das Verhältnis ausgewogen bleibt. Mit einem guten Multivitalstoffpräparat ist das Problem gelöst.

Bienen-Power.

Honig, Gelee Royal und Propolis wirken antientzündlich, antiviral und antibakteriell. Nicht nur der überteuerte Manuka-Honig kann Ihnen als effektive Unterstützung für Ihr Immunsystem dienen, sondern auch einheimische Sorten. Honig wirkt effektiv einer Entzündung der Schleimhäute im Mund entgegen, wie zahlreiche Studien belegen. Intakte Schleimhäute sind die beste Infektabwehr, weil die Erreger erst gar nicht eindringen können.  Vorsicht ist natürlich bei Allergien auf Bienen-Gift geboten.

Zum Genesen brauchen wir Ruhe. Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Gesunder Umgang.

Falls es dann doch zu einem Infekt gekommen ist, gibt es unterschiedliche Arten, damit umzugehen: Am wichtigsten ist es, den Körper in seiner Arbeit nicht zu behindern. Wägen Sie die Einnahme von unterdrückenden Medikamenten gewissenhaft ab. Das Laufen der Nase, das Abhusten des Schleims, die erhöhte Temperatur und andere Reaktionen sind sinnvoll und gesund. Sie helfen dem Organismus mit den Eindringlingen klarzukommen.

Ein gerütteltes Maß an Selbstfürsorge ist jetzt notwendig, damit Leistungsorientierung und Pflichtgefühl der Genesung nicht im Wege stehen. Lassen Sie Ihrem Körper ZEIT. Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht! Schalten Sie einen Gang zurück, stressen Sie Ihren Leib jetzt nicht mit Alkohol oder anderen Genussgiften und sorgen Sie für ausreichend Ruhe.

Medikamente.

Die naturheilkundliche Apotheke bietet kraftvolle und dennoch sanfte Arzneien zur Selbstmedikation. Sonnenhut (Echinacin) oder Umckaloabo stärken im Akutfall das Immunsystem. Die Anzahl der weißen Blutkörperchen wird erhöht und die Abwehrleistung dadurch gesteigert. Das Immunsystem in dieser Art anzuregen, ist oft eine äußerst hilfreiche Maßnahme. Vorsicht geboten ist allerdings bei Blutgruppe 0, wenn der Mensch gleichzeitig zu Überreaktionen des Immunsystems neigt, wie Allergien oder Autoimmunreaktionen. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker.

Bei Infekten hat es sich bewährt frühzeitig ein pflanzliches Antibiotikum einzusetzen. Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel machen den Erregern in Bronchien und Nebenhöhlen den Garaus – ohne die Nebenwirkungen eines konventionellen Antibiotikums. Die Darmflora bleibt intakt und kann die Immunreaktion weiterhin unterstützen.

In meiner Praxis haben viele Patienten gute Erfahrungen mit den Präparaten der anthroposophischen Apotheke gemacht. Globuli aus Apis und Belladonna für beginnende Halsschmerzen oder Composita auf der Basis von Ferrum phosphoricum bei grippeähnlichen Symptomen haben sich seit Jahren bestens bewährt.

Praxistipp:

Nehmen Sie Homöopathika in Eigenregie? Falls die dritte Gabe noch keine Veränderung (seelisch, körperlich oder hinsichtlich des Allgemeinzustandes) gebracht haben sollte, beenden Sie die Einnahme. Sobald die Symptome weg sind, lassen Sie das Mittel ebenfalls sofort weg. Das nicht zu tun, sind die beiden häufigsten Fehler bei der Selbstmedikation mit homöopathischen Mitteln.

Ideal ist es, wenn ein erfahrener Homöopath das genau passende Kügelchen für Sie bestimmt. Denn damit können sich nicht nur die Erkältungssymptome auflösen, sondern auch seelische Dysbalancen und mitunter noch ganz andere Beschwerden – sozusagen als erfreuliche Nebenwirkung.

Je früher Homöopathie eingesetzt wird, desto rascher und umfassender kann sie wirken. Das Mittel für akute Beschwerden zu finden, ist in der Regel sehr viel einfacher und treffsicherer als für chronische Erkrankungen. Rasche Klarheit bringt im Zweifel ein kinesiologischer Test.

Ein beliebter Fehler – in der Selbstmedikation und auch in der Therapie – ist es, Homöopathika einzusetzen, wenn der Körper bereits auf einem guten Weg ist, die Krankheit zu bewältigen. Ist der Höhepunkt der Erkrankung überschritten und die Symptome sind im Abklingen, sind Geduld und Vertrauen in die Selbstheilungskräfte gefragt. Das ist sowohl für die Patienten als auch für die Homöopathen eine Herausforderung.

Bewährte Hausmittel unterstützen die Genesung. Foto: Rike / prixelio.de

Hausmittel.

Ansteigende Fußbäder, Inhalationen, Wickel, Zwiebelsäckchen und vieles, was die Großmutter noch wusste, haben auch heute noch einen Stellenwert in der Behandlung von Erkältungskrankheiten verdient. Fragen Sie Ihre Oma oder recherchieren Sie im Internet. Tees z.B. mit Ingwer, Thymian oder Salbei sind die Klassiker für den wehen Hals. Kaufen Sie Produkte in Bioqualität (ohne Pestizidbelastung), legen Sie einen Deckel auf die Tasse, damit die ätherischen Öle nicht verdampfen, und gehen Sie maßvoll mit dem Arzneimittel Tee um.

Noch ein Praxis-Tipp:

Literweise und ganzjährig Kräutertees zu trinken, ist nicht sinnvoll. So mancher hat sich durch den übermäßigen Genuss von Kamillentee schon einer unfreiwilligen Arzneimittelprüfung von Chamomilla unterzogen. Kräutertees mit arzneilicher Wirkung sind genau das: wirkungsvolle Medikamente – und entsprechend gezielt und bewusst sollten sie eingesetzt werden.

Arzt:

Selbstverständlich konsultieren Sie Ihren Hausarzt, falls Ihre Beschwerden anhalten oder in ihrer Heftigkeit von den Ihnen bekannten Erkältungsbeschwerden abweichen. Seien Sie besonders wachsam, wenn Ihr Immunsystem durch Medikamente oder schwere Erkrankungen beeinträchtigt ist. Alle anderen vermeiden bitte jeden Anflug von Hysterie. 

Dont´panic!

Sie sehen selbst: Wir haben (grippalen) Infekten einiges entgegenzusetzen, das nebenwirkungsarm und relativ kostengünstig gleichzeitig vielen anderen Krankheiten vorbeugt. Gehen Sie sorgsam und bewusst mit Ihrem Körper um!

Lesen Sie hier meinen noch immer aktuellen Bericht zur Grippehysterie in 2013:

Lohnenswert nur für die Hersteller

Erinnern Sie sich: Wochenlang wurde in Radio, TV und Zeitungen von der Vogelgrippe berichtet, so wie vormals vor der Schweinegrippe. Viele Menschen fühlten sich von der Erkrankung bedroht und einige hamsterten Medikamente, von denen sie im Ernstfall Hilfe erhofften. Die Grenzen zwischen Vorsorge, Panik und Hysterie waren zeitweise recht verschwommen. Und die Massenmedien trugen ihren Teil dazu bei.

Natürlich ist es tragisch, wenn Menschen an einer Infektion sterben. Aber in den Medien wurden diese Einzelfälle so dargestellt, als werde die Welt in kürze von einer schrecklichen Pandemie heimgesucht. In Windeseile wurden Medikamente produziert und auf Kosten der Steuerzahler auf Halde gelegt. Die Epidemie blieb dann aus und man fragt sich, ob wir das den Erzeugern von Tamiflu & Co zu verdanken haben.

Nun meldet der elektronische Nachrichtendienst der Frankfurter Allgemeine Zeitung faz.net einen ernüchternden Rückblick: Einen halben Tag Krankheitsgeschehen ersparten die teuren Arzneien den Patienten laut einer aktuellen Meta-Studie der Conchrane Collaboration. Im Durchschnitt litten die Betroffenen 6,5 statt 7 Tage an den Grippe-Symptomen. Und auch die befürchteten Komplikationen traten bei Menschen mit der Medikation nicht seltener auf als ohne.

Naturheilkundler fordern die Förderung von bewährten Heilpflanzen wie der Zistrose, deren Wirkstoffe nachweislich die Infektionsrate bei Grippe verringern, die Ausbreitung der Viren hemmen und die Krankheitsdauer deutlich verkürzen – und das zu einem Bruchteil der Kosten.

Erstveröffentlichung: Signal 2/2014 Haug-Verlag Stuttgart,
gekürzte Fassung für Lichtblick-Blog 2019

Sommer, Sonne, Mückenstich – Grenzverletzung mit Folgen

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Dieses Jahr schwirren besonders viele Insekten umher. Klimatische und biozyklische Faktoren spielen dabei eine Rolle. Da zahlreiche Insektenarten bereits verschwunden sind und einige vom Aussterben bedroht, ist das eigentlich eine gute Nachricht.

Ohne Insekten gibt es keine Bestäubung, blühende Pflanzen könnten sich nicht mehr vermehren und unser ökologisches Gleichgewicht wäre in Gefahr. Das ist nicht nur für Umweltschützer von Interesse, sondern für jeden, der auch morgen noch etwas essen möchte. In einigen Gemeinden werden extra Blumenwiesen angelegt, um Bienchen, Schmetterlinge & Co. anzulocken. Im Weinheimer Schlosspark zum Beispiel funktioniert das schon sehr gut.

Gleichzeitig häufen sich die Pressemeldungen, dass im Sommer 2018 ungewöhnlich viele Patienten wegen Insektenstichen und –bissen medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Das veranlasst mich, meine Erfahrungen und Gedanken hierzu mit Ihnen zu teilen. Außerdem will ich Ihnen ein paar praktische Tipps an die Hand geben und zum Schluss ganzheitliche Aspekte des Themas beleuchten.

Vorbeugen ist besser als Behandeln

Stiche und Bisse versorgen muss man nur, wenn man welche hat. Logisch. Daher gilt mein erstes Interesse dem Vermeiden solcher Maläsen. Stellvertretend will ich hier auf zwei Tierchen eingehen, die oft im Interesse der Öffentlichkeit stehen. Die einen, weil sie uns tatsächlich oft stechen, die anderen, weil mit der Angst vor ihren Bissen viel Geld verdient werden kann.

Stechmücken brauchen für ihre Brutstätten stehende Gewässer. Unsere allseits beliebten und aus ökologischer Sicht auch sinnvollen Regenfässer bieten ihrem Nachwuchs ein wohliges Zuhause. Abhilfe schafft ein wirklich dichter Deckel. Versuche, mit Geschirrspülmittel die Wasseroberfläche spannungsarm und somit als Brutstätte ungeeignet zu machen, fruchten nicht immer. Wenn Sie die Möglichkeit haben, Ihren Gartenteich durch Wasserspiele oder einen Bachlauf in Bewegung zu bringen, kann das nützlich sein.

Mosquitos schwärmen vor allem in der Dämmerung aus. Tagsüber werden wir von den Blutsaugern meist nicht belästigt. Sie reagieren nachts auf Licht und auf Luftbewegungen. Daher ist es sinnvoll, im Dunkeln zu lüften.

Praxis Lichtblick Heilpraktiker Weinheim PetRa Weiß
Foto: Oliver Mohr / pixelio.de

Ob Sie sich mit einer Anti-Mück-Lotion einreiben wollen, überlasse ich Ihrem persönlichen Geschmack. Selbstverständlich greifen Sie wenn schon, dann zu einem Produkt aus dem Biomarkt. Sie wollen sich ja nicht vergiften, nur um keinen Mückenstich zu bekommen. Ein paar Tropfen Zitronella (bitte nur hochwertiges Aromaöl in Bioqualität verwenden und persönliche Verträglichkeit beachten!) in der Bodylotion erfüllen häufig den Zweck (fast) ebenso gut wie ein fertiges Spray. Von dubiosen Angeboten aus dem Internet rate ich ganz entschieden ab. Wenn Sie auf das Eincremen setzen, achten Sie darauf, die Lotion oder Creme flächendeckend anzuwenden, sonst ist die Aktion zwecklos.

Eine wirklich nützliche und meist sogar preisgünstige Maßnahme für den Innenbereich sind Fliegengitter an Fenstern und Terrassentüren sowie Mosquitonetze fürs Schlafgemach.

Zecken. Es geht die Mär, durch die FSME-Impfung sei man vor Zeckenmalheur geschützt. So lässt uns die Werbung der Hersteller solcher Impfstoffe erfolgreich glauben. Das stimmt leider nicht. Selbst wenn ich mal voraussetzen würde, dass die Impfung eine Frühsommer-Meningoenzephalitis tatsächlich die gefürchtete Hirn(haut)entzündung abwehrt: Ist damit alles gut? Wollen Sie es wissen? Die Wahrscheinlichkeit, sich mit Borreliose zu infizieren ist 300 (!) mal so hoch wie das Risiko, an FSME zu erkranken. Entsprechende Zahlen finden Sie im epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts. Die Marketingstrategen wiegen uns also in falscher Sicherheit, wenn wir auf die Impfung allein vertrauen und denken, ein Zeckenbiss sei nun für uns harmlos.

Praxis Lichtblick Heilpraktiker Weinheim PetRa Weiß
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Eine sinnvolle Strategie heißt demnach nicht, Impfen und dann bedenkenlos rein in den Wald. Sondern, Zeckenbissen bestmöglich vorbeugen. Das soll Sie keineswegs von der Natur fern halten. Ein bisschen aktive Selbstfürsorge ist angesagt, statt sich blauäugig auf „Mutti Pharma“ zu verlassen. Zecken stürzen sich nicht von den Bäumen auf arglose Passanten, wie manchmal behauptet wird. Sie sitzen im hohen Gras oder an Sträuchern und warten dort auf einen Wirt, der sie mit den Beinen abstreift.

Halten Sie sich also von dichtbewachsenen Wegen bzw. vom Wegesrand fern und springen sie nicht durch hohes Gras, wenn Sie Angst vor Zecken haben. Empfehlenswert sind für Spaziergänge im Wald auch geschlossene Schuhe, Strümpfe und lange Hosen, aus ebenjenem Grund.

Der beste Zeckenschutz besteht aus einer gewissenhaften Kontrolle. Checken Sie nach dem Ausflug, ob sich ein Sauger an Ihnen oder an Ihrer Kleidung findet. Am Einfachsten und am Sichersten ist das, wenn Sie weiße Kleidung tragen. Die Tiere werden normalerweise nicht an dem Ort „sesshaft“, wo Sie bei Ihnen gelandet sind, sondern suchen sich eine warme Stelle mit dünner Haut, z.B. in der Leistenbeuge oder unter den Achseln. Ausnahmen bestätigen die Regel. Bis die Krankheitserreger Gelegenheit haben, aus ihrem Speichel in Ihr Blut einzudringen, haben Sie Gelegenheit, die Viecher zu finden. Suchen Sie danach. Aber bitte ohne Panik.

Individuelles Risiko. Aus der Beobachtung kann man sagen, dass es Menschen gibt, die für Insektenstiche oder –bisse anfälliger zu sein scheinen als andere. Falls Sie also in der Vergangenheit mehrfach Zecken hatten, macht es Sinn, sich mit dem Thema genauer zu befassen. Dann würde ich individuelle Risiken (des Bisses und der Impfung) gewissenhaft gegeneinander abwägen, wenn ich über eine FSME-Impfung nachdenken wollte.

Erst recht wenn Sie noch nie oder erst einmal in Ihrem Leben von einer Zecke gebissen wurden und nicht gerade vom Bürokaufmann zum Förster umschulen, empfehle ich Ihnen, vernünftig Nutzen und Risiken zu betrachten und dann eine Impfentscheidung zu treffen, die auf Fakten beruht. Es ist nicht sinnvoll, sich aus purer Angst und Panikmache impfen zu lassen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin nicht unter Druck setzen. Er oder sie muss Sie umfassend über die zu erwartende Schutzwirkung und auch über möglichen Nebenwirkungen informieren bevor Sie Ihre Entscheidung treffen. Zu dieser Aufklärung sind Ärzt*innen von Gesetzes wegen verpflichtet. Erbitten Sie sich Bedenkzeit, falls Sie unsicher sind. Es besteht kein Grund für übereilte Beschlüsse.

Lassen Sie sich beraten, sammeln Sie Informationen aus unterschiedlichen Quellen und wählen Sie dann eine Vorgehensweise, die für Sie persönlich stimmig ist. Das gilt übrigens für alle medizinischen Entscheidungen. Lassen Sie sich von niemandem – weder von Ärzt*innen noch von Heilpraktiker*innen und natürlich auch nicht von mir! – diktieren, was für Sie gut und richtig ist. Sie allein tragen die Verantwortung für Ihren Körper und für Ihre Gesundheit.

Komplikationen. Warum ist es so, dass Insektenstiche und -bisse bei manchen Menschen rasch und ohne Komplikationen abheilen, während andere unter heftigen Entzündungen oder allergischen Reaktionen leiden? Das Problem ist mehrdimensional. Geben Sie sich nicht mit einer platten Antwort zufrieden.

Homöopathie. Es gibt bestimmte Konstitutionen, die mit Insekten mehr zu kämpfen haben als andere. Das sind im Speziellen Menschen, die aufgrund ihrer Konstitution ein homöopathisches Mittel brauchen, das aus einem Insekt gewonnen wird. Apis mellifica, das Gift der Honigbiene, ist ein sehr bekanntes Homöopathikum in diesem Zusammenhang. Aber es gibt noch hunderte anderer Insektenmittel in der homöopathischen Apotheke. Auch ist beispielsweise Staphisagria (Rittersporn) dafür bekannt, für Grenzverletzungen jeder Art empfänglich zu sein, auch von Tieren.

Praxis Lichtblick Heilpraktiker Weinheim PetRa Weiß
Foto: Luise / pixelio.de

Wenn man konstitutionell arbeiten will, braucht es eine genaue Analyse. Für die symptomatische Behandlung eines Stichs reicht zuweilen ein halbwegs ähnliches Mittel, bei dem die Symptome passend sind.

Akutmittel. Ich habe miterlebt, wie das Kompositum Apis/Belladonna von Wala (im Verbund mit Bachblüten Rescue-Tropfen) einen frischen Wespenstich binnen Minuten auf einen kleinen roten Punkt reduziert hat. Auch habe ich einem 9-Jährigen mit ärztlich attestierter Bienenallergie direkt nach dem Stich ein Kügelchen Apis in einer Hochpotenz verabreicht. Außerdem habe ich ihn beruhigt und das betroffene Bein im Intervall gekühlt. Das Ergebnis war so überzeugend: Seine Mutter wollte später gar nicht glauben, dass er wirklich gestochen worden war. Bisher endeten solche Stiche immer im Krankenhaus. Ich hatte jedoch sowohl das Tier als auch die Einstichstelle deutlich gesehen. Der Junge hat sich später mit Blümchen und einem Brief bei mir bedankt.

Rasch handeln. Bei der homöopathischen Akutbehandlung scheint der Zeitpunkt der Mittelgabe oft entscheidend für den Erfolg zu sein. Tragen Sie daher am Besten ein Kügelchen Apis C30 in Ihrem täglichen Notfallpäckchen mit sich.

Wer generell unter allergischen Reaktionen leidet, ist vielleicht mit Cardiospermum gut bedient. Die Pflanze heißt auf Deutsch „Herzsame“ und wird für ihre anti-allergische Wirkung geschätzt. Auch an homöopathisch aufbereitetes Histamin kann man denken, wenn allergische Reaktionen überschießen. Falls das Mittel nach der ersten Gabe keine deutliche Wirkung (seelisch oder körperlich) zeigt, lassen Sie es bitte unbedingt weg. Sonst wiederholen Sie die Gabe, sobald der Effekt nachlässt.

Selbstversuche mit Homöopathika über längere Zeit sehe ich kritisch. Zu komplex sind die Regeln dieser Kunst, die eine Anwendung sicher machen. Im Zweifel fragen Sie Ihren homöopathisch erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker.

Beruhigung für die Haut. Zur Anwendung in Eigenregie eignet sich Calendula-Essenz ganz hervorragend. Der Auszug aus Ringelblumen wirkt so stark entzündungshemmend, dass er sogar in der Krebstherapie eingesetzt wird. Dort lindert er die Entzündungen auf der Haut bei bestrahlten Patient*innen.

Nehmen Sie eine Kompresse und einen Verband. Tränken Sie die Kompresse großzügig mit der Essenz, legen Sie sie auf die betroffene Stelle und binden Sie einen Verband. Er darf nicht zu eng sein oder drücken. Der Verband schützt die Einstichstelle zusätzlich vor Reibung durch Kleidungsstücke und vor nächtlichem Kratzen.

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Foto: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Es gibt eine ganze Reihe von Salben, Cremes und Gels, die Sie nach einem Insektenstich oder -biss verwenden können. Lassen Sie sich vom Apotheker oder der Apothekerin Ihres Vertrauens beraten. Ich habe in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit dem Combudoron-Gel gemacht. Alternativ oder ergänzend können Sie auch auf biophysikalische Maßnahmen setzen:

Hitze und Kälte. Die einfachen Maßnahmen werden oft vergessen: Kühlen Sie Ihren Stich, wenn Ihnen das angenehm ist. Am praktischsten ist dazu ein Kühlakku oder ein Gelpad, es geht aber auch mit Eiswürfeln im Geschirrtuch und zur Not mit tiefgefrorenem Brokkoli. Halten Sie die Kälte auf die betroffene Stelle, fixieren Sie sie gegebenenfalls z.B. mit einem Kleidungsstück und achten Sie auf ausreichend Kühlpausen, damit das Gewebe nicht den Frosttod stirbt. Das nennt man Intervallkühlung.

Äußerst hilfreich ist es, nach einem Stich die Verbreitung von Krankheitserregern im Körper zu verhindern. Dafür geeignet sind elektrische Geräte, die Sie überall im Handel erwerben können. Sie erwärmen die Haut an der Einstichstelle in einem eng umgrenzten Bereich für wenige Sekunden auf deutlich über 42 Grad. Die Keime werden auf diese Weise sozusagen weggebruzzelt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sowohl die Schwellung als auch der Juckreiz sich damit deutlich verringern lassen. Je rascher nach dem Stich die Wärembehandlung zum Einsatz kommt, desto wirkungsvoller ist sie.

4-Elemente-Medizin. Aus der Elementesicht gehört das Thema dem Feuer an. Ein Zuviel an Feuer in der Lebensenergie kann sich problematisch auswirken, aber auch ein Zuwenig. Bei der feurigen Blutgruppe 0 kann das Immunsystem schon mal eine rasche und heftige Reaktion produzieren. Wenn man weiß, wie die Elemente verteilt sind, kann man durch einfache Maßnahmen gezielt gegensteuern. Die so erreichte Balance dient nicht nur dem entspannteren Erleben von Insektenstichen. Näheres dazu erfahren Sie auf meine Homepage  oder in dem Buch „Gesundheit gestalten mit den 4 Elementen“.

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Foto: Klicker / pixelio.de

Immunreaktion und Gemütsverfassung. Die Wissenschaft der Psychoneuroimmunologie erforscht die Zusammenhänge zwischen Seele, Nervensystem und Abwehrreaktion. Die Ergebnisse legen nah, dass es sinnvoll ist, den Körper auch auf seelischer Ebene zu unterstützen. Bitte verfallen Sie daher nicht in Panik, wenn Sie gestochen oder gebissen werden. Ihr Immunsystem arbeitet besser, wenn Sie ruhig bleiben.

Es gibt potenzielle Notfälle, z.B. wenn eine Biene in den Hals sticht. Dann ist unverzügliches und entschlossenes Handeln unerlässlich. Es kann auch zu einem Allergieschock kommen, dann schwillt in Windeseile der Körper nicht nur an der Einstichstelle heftig an oder es zeigen sich andere spezifische Reaktionen. Das sind Fälle für den Notarzt. 98 % der Stiche sind aber ungefährlich. Machen Sie sich das bewusst.

In den Fallbeispielen weiter vorn haben beruhigende Maßnahmen zum Behandlungserfolg beigetragen. Notfalltropfen aus der Bachblüten-Apotheke sind ein für diesen Zweck bewährtes Mittel. Packen Sie ein Fläschchen in Ihren Notfallkoffer. Auch menschliche Zuwendung kann für das Nervensystem generell sehr beruhigend sein. Wenden Sie sich nach Möglichkeit an jemanden, der Sie mit seiner eigenen Angst nicht noch mehr verschreckt.

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Foto: Xenia Kehnen / pixelio.de

Aus Sicht des Nervensystems. Als Traumatherapeutin interessiert mich allergisches Geschehen generell. Betrachtet man die Zusammenhänge zwischen Nervensystem und körpereigener Abwehr, ergeben sich interessante und hoffnungsfrohe Ansätze. Allergische Reaktionen verstärken sich, wenn der oder die Betroffene unter Stress leidet. Das kann man beispielsweise bei Heuschnupfengeplagten beobachten. Manchmal verschwinden Allergien – sozusagen als positive Nebenwirkung – wenn das Nervensystem entlastet wird, z. B. durch eine Traumatherapie oder auch durch veränderte Lebensumstände.

Man darf sich fragen, ob Menschen besonders heftig auf Insektenstiche oder –bisse reagieren, deren Aggressionen sonst nicht so viel freien Auslauf haben. Für sie kann es wichtig sein, das gesunde Potenzial dieser Kraft zu würdigen und für sie angemessene Möglichkeiten zur Regulation zu finden. Auch Menschen, die öfter mal oder generell „im Terminator-Modus“ laufen, weil sie ein hitziges Temperament haben oder weil sie aufgrund einer traumatischen Erfahrung in der Kampfreaktion hängen geblieben sind, können davon betroffen sein.

Perspektivenwechsel

Gesamtgesellschaftlich betrachtet erscheint es mir so, als reagieren wir kollektiv auf das Thema Grenzverletzung. Die kleinen fiesen Blutsauger dringen ungefragt in unseren Körper ein und rauben unseren kostbaren Lebenssaft. Sie verletzen unsere Körpergrenze, bleiben dabei meisten erst mal unbemerkt und wir können wenig dagegen ausrichten, dass das passiert. Natürlich sind das Tiere mit einem Recht auf Leben. Sie sind nur auf der Suche nach Nahrung. Und prinzipiell sollte es uns nicht so viel ausmachen, wenn ein Tröpfchen unseres Blutes ihren Durst stillt.

Gleichzeitig begreife ich diese körperliche Grenzüberschreitung auch als symbolischen Akt. Viele von uns haben Probleme damit, Ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen, sie angemessen zu schützen und bei Bedarf beherzt zu verteidigen. Mir kam der Gedanke, ob unser Körper uns durch allzu heftige Reaktionen auf diese im Grunde harmlosen Eindringlinge darauf aufmerksam macht, dass hier noch etwas zu lösen ist.

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Foto: Harry Hautumm / pixelio.de – nachgestellte Situation

Die Masterarbeit einer 24jährigen Freundin hat mir etwas ins Bewusstsein (zurück)geholt, das gerade wir Traumatherapeut*innen immer im Blick haben sollten: Der Krieg ist erst 73 Jahre her. Die Generation meiner Eltern hat die Auswirkungen noch am eigenen Leib erlitten. Meine Generation hat zwar die entmenschlichte Gewalt mit all ihren Facetten der Grenzüberschreitung nicht selbst erlebt, durch transgenerationale Traumatisierung sind aber auch wir davon betroffen, und zwar in einem Ausmaß, das sich nicht immer erahnen lässt. Ganz gleich, ob unsere Großeltern Opfer waren oder Täter oder beides. Sie waren von den Gräueltaten der NS-Zeit, vom Krieg, von Hunger und Vertreibung betroffen. 12 bis 14 Millionen Menschen waren in den Jahren nach 1945 auf der Flucht. Die meisten davon kamen im Westen Deutschlands unter.

Traumareaktivierung. Wenn wir heute mit den traumatisierten Flüchtlingen konfrontiert sind, die in Deutschland Schutz suchen, reaktivert das bei vielen von uns automatisch die Traumabelastungen aus unseren Familien. Die der Geflohenen und auch die Traumata derjenigen, die Flüchtlinge unterbringen musste und sich durch deren Anwesenheit in ihrer Existenz bedroht sahen. Das war 1945. Die Bevölkerung litt unter Hunger und Frost. 45 von 60 Deutschen Großstädten waren zerbombt. Fast jede*r hatte Angehörige verloren, einige waren noch vermisst. Manche kehrten schwer traumatisiert aus dem Krieg zurück. Eine Ideologie war zerbrochen. Diese Seite der Wahrheit verschweigen die meisten Wirtschaftswunder-Berichte aus den 1950er Jahren.

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Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Heute ist 2019. Die meisten von uns leben in relativem Wohlstand. Die Grundbedürfnisse sind gestillt. Wir jammern viel über Luxussorgen. Wie schon nach der Maueröffnung 1989 reagieren wir auch heute wieder auf das Bedürfnis nach Integration mit Skepsis, Ablehnung und teils offener Fremdenfeindlichkeit.

Ich habe kein Interesse an Politik. Mich als Traumatherapeutin interessiert die Situation als Chance, Unbewältigtes endlich zu klären. Erste Berührungen mit dem Potenzial diese Themas hatte ich in einigen Sitzungen. Dort durfte ich erleben, wie heilsam es ist, die Perspektive zu erweitern und manchmal sogar aus diesem Anlass mit der Familienbiografie in Frieden zu kommen.

Damit gewinnt man die Freiheit, sich der Manipulation durch die Medien und durch Politiker*innen zu entziehen, die unsere projizierten Ängste dafür missbrauchen, Wählerstimmen zu sammeln. Wenn wir frei sind von den Auswirkungen transgenerationaler Traumata, können wir uns mit echten Daten und Fakten befassen. Erst dann sind wir offen für Tatsachen und laufen nicht mehr Gefahr, der wirklichkeitsverzerrenden Meinungsmache aufzusitzen.

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Foto: knipseline / pixelio.de

Es kann sehr lohnend sein, sich mit diesem Teil der Familienbiografie auseinanderzusetzen. Das kann, muss aber nicht auf intellektueller Ebene erfolgen. Wir sind alle in der Schule informiert worden. Meist ging es dabei um Zahlen, deren Bedeutung wir nicht fassen konnten, weil das Gelehrte einfach unfassbar war. Wichtiger wäre es gewesen, uns mit den Schicksalen der Menschen in Berührung zu bringen, was selten Unterrichtsgegenstand war.

Systemische Beratung und Traumatherapie sind geeignete Methoden, die unverarbeiteten Folgen transgenerationaler Traumata wirksam zu bearbeiten.

Mitgefühl als Weg zum Frieden. Wesentlich ist, dass wir in Kontakt mit uns selbst sind. Denn nur so können wir Empathie empfinden – eine der Qualitäten, die unser Menschsein ausmachen. Sie ist eine Voraussetzung für unser soziales Leben, für unser Miteinander und für eine gute Beziehung zu uns selbst. Frieden findet in den Herzen der Menschen statt. Geben Sie ihm eine Chance.

Weitere Infos

„Kalte Heimat – Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945“ Andreas Kosset, Pantheon 2009