Nachhaltigkeit

Es ist ein bisschen in Mode gekommen, dass Unternehmer*innen auf ihren Websites über Nachhaltigkeit sprechen. Mir ist das Recht. Unabhängig davon, ob Nachhaltigkeit zu PR-Zwecken genutzt wird oder ob sie aus tiefer innerer Überzeugung gelebt wird – oder beides.

Heilpraktiker Weinheim

Foto © Petra Weiß

Ohne das werbewirksame Wort dafür zu nutzen, lebe ich schon sehr lange und in verschiedenen Bereichen Ideen der Nachhaltigkeit. Gleichzeitig ist es mir ein Anliegen, jede Form von Fanatismus zu vermeiden. Daher werden Sie wie bei allen anderen Menschen auch bei mir Punkte finden, in denen ich mich weniger nachhaltig verhalte. Und das ist vollkommen in Ordnung. Wenn jeder das tut, was er gut umsetzen kann, ist dem Planeten schon sehr geholfen. Also fangen wir einfach an, statt darauf zu warten, dass alle zu 100 Prozent mitmachen.

Sie finden hier ein paar Aspekte der Nachhaltigkeit, die Ihnen in der Zusammenarbeit mit mir begegnen werden:

  • Bank
  • Baumaterial
  • Beleuchtung
  • Büroausstattung
  • Einrichtung
  • Energie
  • Gesunder Genuss
  • Kleidung
  • Methoden
  • Reinigung
  • Transport
  • Verbrauchsmaterial
  • Wasser

Bank

Heilpraktiker Weinheim

Foto: Petra Weiß

Meine Konten werden bei der GLS Gemeinschaftsbank geführt, seit ich mich 2006 selbstständig gemacht habe. Diese soziale und ökologische Bank spekuliert mit meinem Geld nicht an den internationalen Finanzmärkten, sondern vergibt Kredite für nachhaltige Projekte.

Das Geschäft ist natürlich nicht so lukrativ wie der Invest in Rüstungsprojekte oder in die Tabakindustrie. Also zahle ich zusätzlich zu den Kontoführungsgebühren einen Jahresbeitrag, der von den Mitgliedern der Gemeinschaftsbank beschlossen wurde, um das Konzept einer Ethikbank weiterhin erhalten zu können.

Baumaterial

Beim Renovieren meines Hauses habe ich darauf geachtet, dass keine umwelt- und menschenschädlichen Materialien verwendet werden. Sie finden in meinen Räumen daher z.B. keine geschäumten Vliestapeten. Alle verwendeten Farben sind wasserlöslich. Die Holzdecke habe ich lieber stundenlang geschrubbt, als sie neu zu lackieren.

Beleuchtung

Heilpraktiker Weinheim

Foto: Manfred Friebe, © Petra Weiß

Statt LED Lampen nutze ich fast überall Halogen und herkömmliche Glühbirnen. Die politische Entscheidung zum Eliminieren der Glühbirnen war sachlich gesehen falsch. Um eine sinnvolle Energiebilanz zu ziehen, müsste man die Aufwände für Herstellung und Entsorgung mit einkalkulieren – was nicht geschieht. Auch ist die Wärmeentwicklung dieser Lichtquellen in der kalten Jahreszeit durchaus gewünscht.

Abgesehen davon: Die Gesundheitsrisiken durch unnatürlichen Lichtspektren ist für mich das stechende Argument. Betrachtet man die Folgeschäden von hormonellen Dysbalancen und irritierten Immunsystemen durch „blaues“ Licht, ist die Entscheidung auch für nüchtern rechnende Energiesparer leicht. Von umwelt- und gesundheitsschädlichem Quecksilber in den sogenannten Energiesparlampen ganz zu schweigen.

Diagnostik und Therapien für die Geschädigten kosten die Solidargemeinschaft der Krankenkassenbeitragszahler ein Zigfaches des eingesparten Stroms. Hinzu kommen Ausfallzeiten im Krankenstand, entsprechende Mehrbelastung der Kolleg*innen währenddessen und weitere Folgen daraus…

Mir geht es allerdings mehr um Lebensqualität als um Euro. Durch die gesundheitliche Belastung entstehende Kosten sind nur ein weiteres Argument in der Kette.

Spannende Informationen über die biologischen Auswirkungen von künstlichem Licht auf den menschlichen Organismus vom international renommierten Lichtbiologen, Arzt und Forscher Dr. med. Alexander Wunsch hören Sie hier: zum Vortrag auf vimeo.com

Büroausstattung

  • Bei meiner Büroausstattung achte ich besonders auf Kunststoffe. Meine Briefkörbe, Aktenmappen und Kladden beziehe ich neuerdings von Semikolon. Das mittelständische Familienunternehmen mit Sitz in der Nähe von Hamburg fertigt hochwertige Papierwaren.
  • Meine Aktendeckel sind Sonderanfertigungen des deutschen Herstellers Zippel. Die Firma gibt es seit 111 Jahren. Sie hat in den 1960er Jahren ein einzigartiges Schlauchsystem entwickelt. Hier mache ich einen praktischen Kompromiss: Der Deckel selbst ist aus Karton, das Schlauchsystem aus Kunststoff und kann wiederholt verwendet werden.
  • Heften ohne Metall ist mit meiner raffinierten Heftmaschine möglich, die eine Papierlasche selbstständig durch das frisch gestanzte Loch zieht.
  • Bei Büroklammern verzichte ich auf Kunststoffummantelungen.
  • Ich benutze lieber einen langlebigen Kugelschreiber von bester Qualität statt viele billige Wegwerf-Kulis.

Einrichtung

Ich liebe es, alte Gegenstände zu erhalten oder wieder nutzbar zu machen. Mein Weichholzschrank stammt aus der Gründerzeit. Der Sessel im Wartebereich und die Glasvitrine sind Familienerbstücke. Mit einem selbst gebastelten Holzkranz und einer Rückwandtapete haben wir ein IKEA-Regal praxisfein gemacht. Eine ungenutzte Schreibtischlampe hat mein Freund zur Deckenleuchte umgebaut. Das schöne Pflanzregal haben wir bei einer Haushaltsauflösung gefunden, den filigranen Zeitschriftenständer vor dem Sperrmüll gerettet. Alte Massivholzstühle von unseren Nachbarn warten gerade in unserer „Werkstatt“ auf Restauration.

Meine Dekoration ist minimalistisch. Ein paar Kerzchen und Bilder halte ich für ausreichend. Der Blick bleibt frei fürs Wesentliche. Außerdem wird nicht ständig etwas Neues dekoriert, nur weil es beim schwedischen Einrichtungshaus so schön bunt zugeht. Meine Bilderrahmen beispielsweise sind aus Metall und begleiten mich schon seit mehr als 10 Jahren.

Energie

  • Mein Strom und mein Gas sind „grün“. Seit ich 2009 mit meiner Praxis nach Weinheim gezogen bin und eine freie Entscheidung über meine Lieferanten treffen kann, beziehe ich beides über Grünewelt.
  • Programmierbare Thermostate sorgen automatisch für eine angenehme Temperatur zur rechten Zeit sowie fürs Energiesparen in der Nacht und am Wochenende.
  • Derzeit arbeite ich daran, meine Abläufe so zu gestalten, dass elektrische Geräte wie Laptop, Drucker und Aktenvernichter möglichst wenig im Standby-Modus laufen.

Gesunder Genuss

Heilpaktiker Weinheim

Foto: Manfred Friebe, © Petra Weiß

  • Tee, Kaffee, Wasser und Kekse reiche ich meinen Gästen in Bioqualität. Eine wohl überlegte Ausnahme sind die handgefertigten Kekse von der Patisserie Mendel in Weinheim.
  • Milch gibt es auch als Hafer-Variante und Zucker in Form von Rohrohrzucker.
  • Meine Kaffeekapseln sind biologisch abbaubar. Weil sie (noch) nicht in den Biomüll dürfen, kompostieren wir sie samt Umverpackung im eigenen Garten.

Kleidung

Meine Kleidung nimmt am Kreislauf des Schenkens teil. Ich tausche mit meinen Freundinnen Lieblingsteile, die ein neues Zuhause suchen. Zusätzlich gehe ich mit Begeisterung auf Second-Hand-Jagd. Früher habe ich vor allem Öko-Kleidung gekauft. Heute finde ich es noch viel nachhaltiger, gar nicht so viel neu zu kaufen.

80 % unserer Kleiderschränke sind von Teilen besiedelt, die schon seit Jahren nicht mehr ausgeführt wurden. Hier regelmäßig Inventur durchzuführen und sich von Schrankhütern zu trennen ist befreiend und man macht gleichzeitig jemand anderem eine Freude.

Als effektive Konsumbremse diente mir eine Farb- und Stilberatung. Seit ich genau weiß, was mir steht und warum, verirrt sich kaum mehr ein unpassendes Kleidungsstück in meine Garderobe. Eine weitere Hilfe beim maßvollen Einkaufen ist das Konzept der Capsule Wardrobe. Sie entspricht der Idee eines Baukastensystems. Mit seiner Hilfe kann man jedes Stück mit zahlreichen anderen kombinieren und ist mit vergleichsweise wenigen Teilen sehr variantenreich angezogen.

Wenn ich etwas neu kaufe, überlege ich vorher, ob ich das Stück wirklich brauche. Ich führe eine Bestandsliste und eine Einkaufsliste. Was notwendig ist, kaufe ich. Alles andere bleibt im Regal. Impulskäufe zur Stimmungsaufhellung kommen äußerst selten vor. Sie sind ohnehin armselige Krücken, die uns von unseren wahren Bedürfnissen ablenken und so deren Erfüllung verhindern.

Methoden

  • Meine Methoden zielen auf das Auflösen von Ursachen, statt auf das Unterdrücken von Symptomen.
  • Durch meine ganzheitliche Sichtweise schaue ich immer auf die Gesamtbalance und beschränke den Blick nicht auf ein Teil(system).
  • Körper, Seele und Geist bilden ein System, das in seiner Komplexität wahrgenommen werden will.
  • Verschiedene Organsysteme stehen zueinander in Beziehung. Naturheilkundliche Behandlungen berücksichtigen diese Bezüge.
  • Auch das Umfeld des Menschen, sein Eingebundensein in die Familie und in andere Systeme wird berücksichtigt.

Reinigung

Sowohl die Handseife als auch alle Putzmittel, die in meiner Praxis verwendet werden, sind mit Öko-Zertifikaten versehen.

Transport

  • Meine Praxis befindet sich im selben Haus wie meine private Wohnung. Also fallen bei mir keine täglichen Fahrten zur Arbeit an. Das ist seit meiner Praxisgründung in 2006 so.
  • Ich besitze ein Fahrzeug, das selten bewegt wird und dann wenig Sprit verbraucht. Meinen Diesel wegen der Feinstaubhysterie zu verkaufen, sehe ich nicht ein. Die Umweltbelastung durch die Entsorgung und die Herstellungskosten für ein neues Fahrzeug wären in Summe sicher um ein Vielfaches höher als durch meine sporadischen Ausfahrten.
  • Die meisten Strecken fahre ich mit dem Rad. Mein Fahrrad wurde jahrzehntelang von einer älteren Dame genutzt und von meinem Freund liebevoll aufpoliert. Wir haben es beim Hauskauf „geerbt“.

Verbrauchsmaterial

  • Meine Gäste trocknen sich mit Frottee-Handtüchern ab. Es gibt kein Papierhandtücher.
  • Das Toilettenpapier ist recycelt.
  • Die blütenweißen Briefumschläge stammen ebenfalls aus Recycling. Die Fenster der Couverts sind kompostierbar. Auch wenn sie möglicherweise keiner separat entsorgen wird, treibt dieses Plastik zumindest nicht bis in alle Ewigkeit in unseren Ozeanen.

Wasser

Heilpraktiker Weinheim

Foto © Petra Weiß

Die Pflanzen am Praxiseingang und Besucherparkplatz werden durch ein intelligentes Leitungssystem automatisch bewässert. Das Wasser kommt aus der Regentonne. So konnte ich vergangenes Jahr trotz vieler Trockenphasen meine üppig bepflanzte Terrasse komplett mit Regenwasser versorgen.

 

Es gibt sicher noch vieles zu optimieren. Für unseren Garten denken wir über den Anbau von Nutzpflanzen in Permakultur nach. Ich erwäge, mich dem Carsharing anzuschließen. Mein Freund hat gerade sein Fahrrad zum Pedelec umgerüstet, um seinen täglichen Arbeitsweg damit bestreiten zu können.

Es gibt zahlreiche Optionen, die man für sich abwägen kann. Manche Innovationen entpuppen sich nach kurzer Zeit als problematisch, wie zum Beispiel die Elektromobilität. Man darf sich mit all diesen Entscheidungen auch nicht überfordern. “Eins nach dem anderen,” wie meine Mutter immer so treffend sagte 🙂