Körperpsychotherapie

Heilpraktiker Weinheim
Foto: Petra Weiß

Seelische und körperliche Beschwerden sprechen häufig auf traumatherapeutische Maßnahmen an, obwohl man sich gar nicht bewusst ist, dass eine bestimmte Situation der Auslöser dieser Beschwerden war. Warum ist das so? Traumata durch seelische, aber auch durch körperliche Ereignisse (Unfälle, Operationen, Stürze, Verbrennungen, Vergiftungen etc.) hinterlassen manchmal Spuren im Nervensystem, die sich mitunter erst Jahre oder sogar Jahrzehnte später zeigen.

Oft erkennen die Betroffenen selbst zunächst gar keinen Zusammenhang. Vielleicht sind sie ungewöhnlich müde, traurig oder gereizt. Oder sie fühlen sich manchmal von Emotionen überflutet, die in ihrer Heftigkeit nicht zur aktuellen Situation passen. Möglicherweise geraten sie auch immer wieder in merkwürdige Situationen hinein, die sie eigentlich lieber vermeiden wollen.

Folgen von Trauma. Viele seelische Störungen und einige kognitive Beeinträchtigungen sowie Symptome des Nervensystems und anderer Organsysteme können ihre Ursache in einem traumatischen Ereignis haben. Hier finden Sie ein paar Beispiele:

Symptome des Nervensystems

  • Regulationsstörungen der Körpertemperatur
  • übermäßiges Schwitzen
  • Empfindungsstörungen
  • Schwindel
  • Zittern / Tremor
  • Tics
  • Restless Legs Syndrom (RLS)

andere körperliche Folgen

  • Kopfschmerzen, Migräne
  • Rückenschmerzen
  • Hautprobleme
  • Allergien
  • Autoimmunerkrankungen
  • Reizdarmsyndrom
  • Blasenschwäche
  • Infektanfälligkeit
  • Hormonschwankungen
  • Reglulationsstörung des Herz-Kreislauf-Systems, z.B. Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen

Mentale Folgen

  • Konzentrationsmangel
  • Gedächtnisschwäche
  • Gedankenkreisen

Seelische Folgen

  • Burnout
  • Depressionen
  • Phobien jeder Art
  • Panikattacken
  • Handlungsunfähigkeit
  • Ohnmachtsgefühle
  • Bindungsstörungen
  • Zwänge
  • Stimmungsschwankungen
  • Gereiztheit, Wutausbrüche
  • Schlafstörungen

Nichts hilft nachhaltig. Wenn ein Trauma zugrunde liegt, wirken Therapien nicht nachhaltig, treten Beschwerden nach kurzer Besserung wieder auf oder sie wechseln sich mit anderen Symptomen ab. Das Wohlbefinden wird insgesamt mit der Zeit immer schlechter.

Bei körperlichen Beschwerden kommt es möglicherweise zu einer Symptomverschiebung von einem Organsystem ins nächste.

Oft haben die Leidgeplagten schon einige Therapieversuche hinter sich und erleben, dass gut gewählte Methoden bei Ihnen nicht oder nicht nachhaltig gewirkt haben.

Arbeit am Nervensystem. In diesen Fällen kann es sehr lohnenswert sein, direkt am Nervensystem zu arbeiten. Ziel einer solchen Behandlung ist es,  die im Nervensystem gefangenen energetischen Ladungen in kleinen verträglichen Dosen zu befreien (titrierte Entladungen) und damit eine dauerhafte Entlastung des Nervensystems zu bewirken.  Wenn eine verbesserte Regulation des autonomen Nervensystems durch die größere Spannbreite an verkraftbaren Gefühlen mehr Lebendigkeit zulässt, spricht die moderne Psychologie von einer erweiterten “Resilienz”.

Körperpsychotherapie. Die Methode, mit der ich arbeite, heißt Somatic Experiencing® (kurz: SE). In meinem Artikel Wenn ein Trauma im Nervensystem festhängt habe ich sie ausführlich beschrieben. Ich erlebe immer wieder, dass die Menschen so regelrecht aufblühen und in ihre Kraft kommen, sich aus alten Mustern lösen können und neue Lebensfreude entwickeln.

Die Fortbildung zum zertifizierten SE-Therapeuten dauert drei Jahre. Sie ist in drei Levels aufgeteilt, die ich komplett erfolgreich durchlaufen habe. Die Fortbildung umfasst zusätzlich zum theoretischen Know-how obligatorische Supervision in erheblichem Umfang, eine tiefgreifende Eigenarbeit, das fachkundig betreute Üben in Peergruppen und vertiefende Zusatzmodule. So wird sichergestellt, dass die SE-Therapeut*innen den vielfältigen fachlichen und persönlichen Anforderungen im praktischen Alltag gewachsen sind. Es ist wichtig, dass Menschen, die durch Trauma verunsichert sind, sich bei ihren Therapeut*innen in zuverlässig guten Händen fühlen können.

Im Juni 2014 hatte ich die Freude, den Begründer der Methode, Dr. Peter A. Levine aus den USA, bei der Fortbildung “Trauma – Emotions – Memory” live zu erleben und von ihm lernen zu dürfen.

Wenn Sie ausschließlich traumatherapeutisch behandelt werden möchten, gilt eine vereinfachte Vorgehensweise im Ablauf unserer Zusammenarbeit, die unter dem Punkt “Traumatherapie” hier genau beschrieben ist.