Traumatherapie

Heilpraktiker Weinheim
Stabile Grenzen deutlich setzen.

Trauma verletzt immer eine Grenze. Zumindest die Grenze des Handhabbaren im Sinne der freien Wahl einer angemessenen Reaktion. So ist Trauma definiert. Deshalb ist es so wichtig, dass wir beide in unserer Zusammenarbeit einen achtsamen Umgang mit Grenzen üben.

Vieles, was Sie auf meiner Website erfahren, ist so gemeint, dass Sie schon im Vorfeld Klarheit über die Grenzen meiner Arbeit gewinnen können. Was in meiner Praxis geht und was nicht.

Traumatherapie macht das Vergangene nicht ungeschehen. Aber sie trägt dazu bei, dass die Nachwirkungen gelindert werden, dass Sie handlungsfähig werden, Vermeidungsverhalten aufgeben können und Ihr Leben (wieder) selbst gestalten.

Im therapeutischen Rahmen sind Sie geschützt vor emotionalen Überflutungen und bleiben gleichzeitig in einem lebendigen Berührtsein. Ziel ist es, dass Sie aus der Schockstarre herausfinden, mit sich und anderen verbunden sind und erwachsene Entscheidungen treffen können. Sie lernen, wie Sie aus Ihrer automatisierten Reaktion (Flucht, Kampf, Sich-Totstellen oder Unterwerfung) herausfinden, wie Sie weitere Verhaltensweisen bewusst nutzen können. Und wie Sie überschießende emotionale Wallungen in geregelte Bahnen lenken.

Manche Menschen haben Erfahrungen gemacht, die ihnen noch Jahre später Probleme bereiten. Es kann sein, dass das Thema eine ganze Weile geruht hat. Und irgendwann kommt ein Auslöser, der das alte Trauma wieder aktiviert. Dann fühlen wir uns wie damals: Wir haben panische Angst oder rasende Wut oder lähmende Ohnmachtsgefühle, aus denen wir ganz schwer herausfinden. Oder wir haben körperliche Beschwerden, die sich als therapieresistent erweisen. Das muss nicht so bleiben.

Seelische und körperliche Beschwerden

…sprechen häufig auf traumatherapeutische Maßnahmen an, sogar wenn man sich gar nicht bewusst ist, dass eine bestimmte Situation der Auslöser dieser Beschwerden war. Warum ist das so? Traumata durch seelische, aber auch durch körperliche Ereignisse (Unfälle, Operationen, Stürze, Verbrennungen, Vergiftungen etc.) hinterlassen Spuren im Nervensystem, die sich mitunter erst Jahrzehnte später zeigen.

Oft erkennen die Betroffenen selbst zunächst gar keinen Zusammenhang. Vielleicht sind sie ungewöhnlich müde, traurig oder gereizt. Oder sie fühlen sich manchmal von Emotionen überflutet, die in ihrer Heftigkeit nicht zur aktuellen Situation passen. Möglicherweise geraten sie auch immer wieder in merkwürdige Situationen hinein, die sie eigentlich lieber vermeiden wollen.

Praxis Lichtblick Heilpraktiker Psychotherapie Weinheim
Foto: Pixeldiary / pixelio.de

Körperpsychotherapie

Unterstützung mittels Körperpsychotherapie können Sie kurz- oder mittelfristig in Anspruch nehmen. In der Regel finden Sitzungen alle vier Wochen statt und dauern jeweils 90 Minuten.

In einer akuten Krisensituation kann es zweckdienlich sein, mit einer Reihe von kurzen Sitzungen in geringem zeitlichen Abstand das Nervensystem erst einmal zu stabilisieren. Sie können dazu natürlich in die Praxis kommen. Aber das müssen Sie nicht: Es hat sich bewährt, diese „Stoßtherapie“ per Videosprechstunde umzusetzen. So müssen Sie nicht für vergleichsweise kurze Behandlungen extra nach Weinheim fahren.

Die Methode, mit der ich arbeite, heißt Somatic Experiencing® (kurz: SE). In meinem Artikel Wenn ein Trauma im Nervensystem festhängt habe ich sie ausführlich beschrieben. Ich erlebe immer wieder, dass die Menschen so regelrecht aufblühen und in ihre Kraft kommen, sich aus alten Mustern lösen können und neue Lebensfreude entwickeln.

Nicht nur bei Trauma, sondern bei allen Beschwerden, die auf die psychischen Nachwirkungen von nervlich belastenden Umständen zurückgehen, kann SE hilfreich eingesetzt werden. Zögern Sie nicht, sich diese Unterstützung zu holen, wenn Sie sie brauchen – auch wenn Ihnen vielleicht kein Trauma bewusst ist. Möglicherweise befinden Sie sich auch gerade im Moment in einer als bedrohlich empfundenen Lage. Auch dann dient es Ihnen, Ihre Nerven zu entlasten.  Bei Bedarf flankieren wir die SE-Therapie mit anderen hilfreichen Methoden.

Folgen von Trauma

Viele seelische Störungen und einige kognitive Beeinträchtigungen sowie Symptome des Nervensystems und anderer Organsysteme können ihre Ursache in einem traumatischen Ereignis oder einer anhaltenden Stresssituation haben. Hier finden Sie einige Beispiele:

Symptome des Nervensystems

    • Abspalten von Körperempfindungen und/oder Emotionen
    • Regulationsstörungen der Körpertemperatur
    • übermäßiges Schwitzen
    • Schwindel
    • Zittern / Tremor
    • Tics
    • Restless Legs Syndrom (RLS)

andere körperliche Folgen

    • sich (phasenweise oder dauerhaft) nicht spüren
    • Kopfschmerzen, Migräne
    • Rückenschmerzen
    • Hautprobleme
    • Allergien
    • Autoimmunerkrankungen
    • Verdauungsprobleme / Reizdarmsyndrom
    • Blasenschwäche
    • Infektanfälligkeit
    • Hormonschwankungen: Geschlechtshormone, Schilddrüse, etc.
    • Regulationsstörung des Herz-Kreislauf-Systems, z.B. Bluthochdruck zu hoch / zu niedrig

mentale Folgen

    • Konzentrationsmangel
    • Gedächtnisschwäche
    • Gedankenkreisen
    • Anhaften an unerquicklichen Inhalten

seelische Folgen

    • die eigenen Emotionen nicht einordnen können
    • Depressionen
    • Ängste jeder Art
    • Panikattacken
    • Handlungsunfähigkeit
    • Ohnmachtsgefühle
    • Bindungsstörungen
    • Zwänge
    • Stimmungsschwankungen
    • Gereiztheit, Wutausbrüche
    • Schlafstörungen

Nichts hilft dauerhaft

Wenn ein Trauma zugrunde liegt, wirken konventionelle Therapien nicht nachhaltig, treten Beschwerden nach kurzer Besserung wieder auf oder sie wechseln sich mit anderen Symptomen ab. Das Wohlbefinden nimmt insgesamt mit der Zeit immer weiter ab.

Bei körperlichen Beschwerden kommt es möglicherweise zu einer Symptomverschiebung von einem Organsystem ins nächste.

Oft haben die Leidgeplagten schon einige Therapieversuche hinter sich und erleben, dass gut gewählte Methoden bei ihnen nicht oder nicht nachhaltig gewirkt haben.

Arbeit am Nervensystem

In diesen Fällen kann es sehr lohnenswert sein, direkt am Nervensystem zu arbeiten. Ziel einer solchen Behandlung ist es,  die im Nervensystem gefangenen energetischen Ladungen in kleinen verträglichen Dosen zu befreien (titrierte Entladungen) und damit eine dauerhafte Entlastung des Nervensystems zu bewirken.  Wenn eine verbesserte Regulation des autonomen Nervensystems durch die größere Spannbreite an verkraftbaren Gefühlen mehr Lebendigkeit zulässt, spricht die moderne Psychologie von einer erweiterten „Resilienz“.

Hinweis zu MNS

Es gibt Menschen, die Masken aus gesundheitlichen oder sonstigen Gründen nicht tragen können oder denen es nicht zumutbar ist. Sie sind per Verordnung von der Maskenpflicht ausgenommen und selbstverständlich sind sie in meiner Praxis willkommen. Ich habe keine Berechtigung oder Veranlassung, Sie in irgendeiner Weise zu gängeln oder zu diskriminieren.

Für andere Menschen erscheint das Tragen einer Maske unverzichtbar. Falls das bei Ihnen so sein sollte, kann ich Sie verstehen und respektiere Ihre Bedürfnisse. Leider ist es mir dann aber nicht möglich, Sie körperpsychotherapeutisch in meiner Praxis zu behandeln. Für meine Arbeit mit der Methode Somatic Experiencing ist es notwendig, dass ich bei meinem Gegenüber kleinste Bewegungen in der Mimik und feine Veränderungen des Tonfalls in der Stimme wahrnehmen und ihm spiegeln kann.

Sie stellt daher einen Ausnahmetatbestand gemäß §3 Abs. 2 Ziffer 4 der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg dar.

Die Videosprechstunde kann für Sie eine gute Alternative sein. Probieren Sie es einfach aus.

Kombinationsmöglichkeiten

SE lässt sich gut mit anderen psychotherapeutischen Methoden kombinieren. Ich wende SE-Übungen bei Bedarf während dem Familienstellen an.

Traumata aus der eigenen Biografie und aus der Familienbiografie (transgenerationale Traumata) können so in sicherem Rahmen gelöst werden.

Die Fortbildung zum zertifizierten SE-Therapeuten

…richtet sich in erster Linie an psychotherapeutisch tätige Ärzte, psychologische Psychotherapeuten und Heilpraktiker für Psychotherapie. Ich habe dort mit diesen und anderen Berufsgruppen gemeinsam gelernt und meinen Abschluss als zertifizierte SE-Therapeutin gemacht.

…dauert drei Jahre und hat mich in Summe rund 10.000 Euro gekostet. Ich sage das, damit Sie einschätzen können, wie tief und breit diese Qualifikation ist. Traumatherapeutin wird man nicht im Rahmen eines Fortbildungswochenendes. Und ist gut so.

…ist in drei Levels aufgeteilt, die ich komplett durchlaufen habe. Die Fortbildung umfasst zusätzlich zum theoretischen Lernen Supervision (Beratung durch einen erfahrenen Kollegen anhand von Praxisfällen) in erheblichem Umfang, eine tiefgreifende Eigenarbeit, das fachkundig betreute Üben in sogenannten Peergruppen und vertiefende Zusatzmodule.

…stellt sicher, dass die SE-Therapeuten den vielfältigen fachlichen und persönlichen Anforderungen im praktischen Alltag gewachsen sind. Es ist wichtig, dass Menschen, die durch Trauma verunsichert sind, sich bei ihren Therapeuten in zuverlässig guten Händen fühlen können.

Im Juni 2014 hatte ich die Freude, den Begründer der Methode, Dr. Peter A. Levine aus den USA, bei der Fortbildung „Trauma – Emotions – Memory“ live zu erleben und von ihm lernen zu dürfen.

Wenn Sie ausschließlich mit SE behandelt werden möchten, um Ihre Nervensystem zu stabilisieren oder um Ihre Traumata zu bearbeiten, gilt eine vereinfachte Vorgehensweise im Ablauf unserer Zusammenarbeit, die unter dem Punkt „Traumatherapie“ hier genau beschrieben ist.

Gerade wenn es um Trauma geht, brauchen Sie als Patient bestmögliche Klarheit, Verlässlichkeit und Orientierung über die Umstände der Zusammenarbeit. Deshalb habe ich hier alles sehr ausführlich beschrieben. Wahrscheinlich werden nicht alle Informationen für Sie wichtig sein. Nehmen Sie nur das, was Sie momentan interessiert, in sich auf und lassen Sie den Rest getrost beiseite.

Heilrpraktikerin Psychotherapie Weinheim
Foto: Timo Klostermaier / PIXELIO

Besondere Formate

Neben dem üblichen Takt von anderthalb Stunden alle vier Wochen bietet ich auch das Format „SE-Stakkato“ in zwei Ausführungen an:

    • 5 Sitzungen in täglicher Folge (Montag bis Freitag oder kalenderwochenübergreifend) jeweils 25 Minuten
    • 4 Sitzungen innerhalb eines Monats (oder kalendermonatübergreifend binnen vier aufeinanderfolgenden Wochen) je 25 Minuten  

Diese Form der Behandlung dient dem Stabilisieren des Nervensystems in der Krise oder als vorbeugende Maßnahme in schwierigen Zeiten. Wir treffen uns vor Ort oder per Videosprechstunde.

Zu allen finanziellen Fragen finden Sie Details unter Transparenz der Preise.