Körperorientierte Psychotherapie

Heilpraktiker Weinheim

Foto: PetRa Weiß

Traumata durch seelische oder körperliche Ereignisse (Unfälle, Operationen, Stürze, Verbrennungen, Vergiftungen etc.) hinterlassen manchmal Spuren im Nervensystem, die sich mitunter erst Jahre oder sogar Jahrzehnte später zeigen. Oft erkennen die Betroffenen selbst zunächst gar keinen Zusammenhang. Vielleicht sind sie ungewöhnlich müde, traurig oder gereizt. Oder sie fühlen sich manchmal von Emotionen überflutet, die in ihrer Heftigkeit nicht zur aktuellen Situation passen. Möglicherweise geraten sie auch immer wieder in merkwürdige Situationen hinein, die sie eigentlich lieber vermeiden wollen.

Eine Vielzahl von körperlichen Beschwerden kann traumabedingt sein, beispielsweise Hautkrankheiten, Asthma, Verdauungsbeschwerden, Allergien, Befindlichkeitsstörungen und Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Leistungsabfall, Konzentrationsschwäche, Infektanfälligkeit, aber auch eine handfeste Migräne, hormonelle Dysbalancen jeder Art, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und viele andere. Selbstverständlich sind zunächst körperliche Ursachen mit schulmedizinischer Diagnostik gewissenhaft zu klären.

Oft genug enthält die Diagnose dann Begriffe wie “essenziell”, “idiopathisch” oder “psychosomatisch”, was nichts anderes bedeutet, als dass der Arzt sich die Entstehung des Symptoms mithilfe seiner Untersuchungsmethoden und Tests nicht schlüssig erklären kann. So genannte Syndrome (z. B. Autoimmunerkrankungen wie Lupus oder Rheuma) sind ein gutes Beispiel dafür, dass die Erkenntnisse der Psychoneuroimmunologie (Wissenschaft, die den Zusammenhang zwischen Seele, Nerven und Immunsystem erforscht) noch keinen Eingang in die universitäre Medizin gefunden haben. Sie gelten daher als unheilbar und werden mit nebenwirkungsreichen Arzneimitteln bestmöglich symtomatisch unterdrückt.

In der Regel sind Syndrome aber durch traumatische Erlebnisse begünstigt oder ausgelöst. Und das ist eine gute Nachricht! Denn hier kann ursächlich an der Auflösung des Krankheitsbildes bearbeitet werden.

Heilpraktiker Weinheim

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Häufig haben auch seelische Störungen wie Panikattacken, Depressionen und Zwänge ihre Ursache in einem traumatischen Ereignis. Wenn ein Trauma zugrunde liegt, sind die Beschwerden therapieresistent, treten nach kurzer Besserung wieder auf, oder es kommt zu einer Symptomverschiebung von einem Organsystem ins nächste und der Zustand wird insgesamt mit der Zeit immer schlechter. Oft haben die Leidgeplagten schon einige Therapieversuche hinter sich und erleben, dass gut gewählte Methoden bei Ihnen nicht oder nicht nachhaltig gewirkt haben.

Verhaltenstherapie und Psychoanalyse bergen dann das Potenzial zur unbeabsichtigten Trauma-Reaktivierung und möglicherweise lösen sie die bewährten Notfallmechanismen aus: Flucht, Kampf oder Totstell-Reflex bzw. Dissoziation. Im dissoziierten Zustand ist der Patient durchaus in der Lage, seine Emotionen auszublenden und das gewünschte „normale“ Verhalten zu zeigen bzw. bei der Analyse sein Problem rational zu durchleuchten und die Hintergründe zu verstehen. Wirklich geholfen ist ihm damit nicht. Denn das Nervensystem bleibt aktiviert, die Stresshormone werden weiterhin ausgeschüttet und die Lebensenergie ist insgesamt gebremst.

In all diesen Fällen kann es sehr lohnenswert sein, direkt am Nervensystem zu arbeiten. Ziel einer solchen Behandlung ist es,  die im Nervensystem gefangenen energetischen Ladungen in kleinen verträglichen Dosen zu befreien (titrierte Entladungen) und damit eine dauerhafte Entlastung des Nervensystems zu bewirken.  Wenn eine verbesserte Regulation des autonomen Nervensystems durch die größere Spannbreite an verkraftbaren Gefühlen mehr Lebendigkeit zulässt, spricht die moderen Psychologie von einer erweiterten ”Resilienz”.

Die Methode, mit der ich arbeite, heißt Somatic Experiencing®. In meinem Artikel Wenn ein Trauma im Nervensystem festhängt habe ich sie ausführlich beschrieben. Ich erlebe immer wieder, dass die Menschen so regelrecht aufblühen und in ihre Kraft kommen, sich aus alten Mustern lösen können und neue Lebensfreude entwickeln.

Im Juni 2014 hatte ich die Freude, den Begründer der Methode, Dr. Peter A. Levine aus den USA, bei der Fortbildung “Trauma – Emotions - Memory” live zu erleben und von ihm lernen zu dürfen.

Hier finden Sie den SE-Flyer des Vereins Somatic Experiencing e. V., der mich nach dreijähriger Fortbildung als Somatic Experiencing Practitioner zertifiziert hat.

Wenn Sie sich ausschließlich für diese Therapie entscheiden, gilt eine gesonderte Vorgehensweise. Schauen Sie dort unter Punkt 8. Abweichendes Vorgehen für Traumatherapie.