Laboruntersuchungen

Schon während meiner Ausbildung habe ich erkannt, wie wichtig es auch für mich als Heilpraktikerin ist, die schulmedizinische Diagnostik zu nutzen. Viele Dysbalancen zeigen sich im Blut oder im Urin. Man muss nur in der Lage sein, die Befunde richtig zu lesen und klug zu interpretieren. Auf diese Weise habe ich schon so manches scheinbar mysteriöse „Diagnoserätsel“ gelöst. Manchmal kann der Mediziner auch wertvolle Hinweise auf Erkrankungen finden, indem er den Patienten mit seinen fünf Sinnen bewusst wahrnimmt.

Praxisbeispiel. Ein junger Mann kommt aufgrund seiner angeblichen Depression in meine Praxis. Er erhält schon seit einem Jahr Antidepressiva von seinem Hausarzt . Mich bittet er um psychotherapeutische Unterstützung. Aufgrund einer Auffälligkeit seiner Gesichtsbehaarung vermute ich eine Schilddrüsenstörung. Wenn nicht genügend Schilddrüsenhormone produziert werden, zeigen sich ähnliche Symptome wie bei einer Depression. Ich veranlasse eine entsprechende Blutuntersuchung. Und in der Tat braucht seine Schilddrüse Unterstützung – die depressiven Symptome verschwinden. Das Antidepressivum kann in Abstimmung mit dem Arzt abgesetzt werden. Eine Psychotherapie ist nicht notwendig.

Wie dieses Beispiel zeigt, ist es elementar wichtig, die Seele und den Körper im Blick zu haben, bevor man anfängt, einen Menschen zu behandeln. Auch ist es zuweilen angebracht, Diagnosen – egal ob sie von einem Arzt, von einem Heilpraktiker-Kollegen oder von mir selbst stammen – infrage zu stellen, insbesondere wenn die bisherige Therapie nicht den gewünschten Erfolg bringt. Dazu gehören Flexibilität im Denken, geduldige Beharrlichkeit sowie die Bereitschaft und die Fähigkeit, Bestehendes zu hinterfragen – ganz gleich, welche Autorität zuvor eine Entscheidung getroffen hat.

Praxisbeispiel: Ein Mann Anfang 40 fragt mich um Rat wegen seinem hartnäckigen Husten. Weder bewährte Hausmittel noch Medikamente haben ihm geholfen. Seit Wochen geht er von Arzt zu Arzt. Mit dem Verdacht auf Keuchhusten schicke ich ihn zurück zu seinem Hausarzt. Eine Laboruntersuchung bestätig meine Vermutung. Endlich weiß der Patient, was mit ihm los ist. Er bekommt die passende Therapie und ist nach kurzer Zeit symptomfrei.

Da ich mich prinzipiell dafür entschieden habe, die Grenzen meiner Patienten nicht zu verletzen – auch nicht in bester Absicht – wende ich keine invasiven Verfahren an. Also nehme ich in meiner Praxis kein Blut ab. Ich arbeite mit einem Labor in Heidelberg zusammen. Dort können meine Patienten sich einen Termin zur Blutentnahme geben lassen. Erfahrenes Personal nimmt das Blut ab, gibt es direkt ins Labor und schickt dem Patienten den Befund und die Rechnung per Post. Ich erhalte automatisch eine Kopie des Befunds.

Privatversicherte können die Rechnung einreichen. Für gesetzlich Versicherte sind viele Analysen ohnehin als IGEL-Leistung eingestuft, und müssen auch beim Hausarzt selbst bezahlt werden. Vielleicht werden Sie überrascht sein, wie günstig (ab 2,33 Euro) einige Werte bereits erhoben werden können. Bei Bedarf informiere ich Sie gerne im Vorfeld über die Kosten, die auf Sie zukommen können. Wir beschließen gemeinsam, welche Untersuchungen für Sie wichtig und sinnvoll sind.

Oft lohnt es sich, aktuelle Blutwerte mit früheren Untersuchungen zu vergleichen, um Trends zu erkennen. Ergebnisse, die sich stetig verschlechtern, sind für mich als Naturheilkundlerin mitunter schon Anlass, gezielt einzugreifen – selbst wenn der Wert noch im Normbereich liegt.

Heilpraktiker WeinheimNormwerte sind wichtig als Orientierung. Gleichzeitig werden sie in bestimmten Bereichen immer wieder neu definiert. Daher ist es gut, wenn man mit einigem Hintergrundwissen ausgestattet einen fachmännischen Blick auf den Laborzettel wirft. Auf Wunsch erläutere ich meinen Patienten gerne ihre mitgebrachten Befunde. Es ist Ihr gutes Recht zu wissen, was die Zahlen und Daten in ihren Unterlagen praktisch bedeuten.

Werden Mikronährstoffe substituiert, ist es bei bestimmten Spurenelementen, Mineralien und Vitaminen notwendig, den Blutspiegel zu überwachen. So bleibt die Behandlung optimal an den individuellen Bedürfnissen ausgerichtet.